ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2001Winterurlaub: Policen für Sportive

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Winterurlaub: Policen für Sportive

Dtsch Arztebl 2001; 98(3): [143]

Combach, Rolf

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LNSLNS Skifahren ist gefährlich. Bevor es auf die Piste geht, sollte der Versicherungsschutz überprüft werden.

Lifte erleichtern nicht nur den Benutzern herkömmlicher Skier den Weg zur Piste, auch Snowboard- und Monoskifahrer dürfen meist mitfahren. Dies kann jedoch rechtliche Probleme verursachen. „Wenn der Liftbetreiber Snowboardfahrer zulässt, so gelten für diese die gleichen Regeln wie für alle anderen Skifahrer“, stellt ein Sprecher des Deutschen Skiverbandes (DSV) klar und verweist auf die fehlenden gesetzlichen Regelungen für die junge Sportart. Erleidet ein Snowboardfahrer während des Transports einen Unfall oder verletzt Dritte, ist die Haftung nicht eindeutig festgelegt.
Anders sieht es bei Unfällen mit Skiern aus. Hier sind die Rechtsgrundlagen inzwischen unstrittig. Beispiel: Josef M. belegt beim Abschlussslalom seiner Skischule den ersten Platz. Nun jagt er die Weißhorn-Abfahrt zu Tal. In einem Waldstück fährt er eine Kurve zu schnell an und stößt mit einem am Pistenrand stehenden Architekten zusammen. Dieser wird schwer verletzt, muss mehrmals operiert werden und bleibt wochenlang im Krankenhaus. Der Richter legt fest, dass Josef M. für die ärztliche Behandlung und den stationären Aufenthalt sowie als Schmerzensgeld und für den Verdienstausfall 23 000 DM bezahlen muss. Auch auf den Pisten gilt, dass der, der fahrlässig Körper oder Eigentum eines Dritten verletzt, zum Schadenersatz verpflichtet ist.
Die private Haftpflichtversicherung zahlt, wenn durch das Verschulden von Vater, Mutter oder eines minderjährigen Kindes ein anderer Wintersportler geschädigt wird. Ersetzt werden dann die ramponierte Kleidung oder die Skier des Geschädigten, eventuell auch Arzt- und Krankenhauskosten bis hin zu Verdienstausfall und Schmerzensgeld.
Der Geschädigte benötigt in der Regel anwaltliche Hilfe. Dies gilt besonders im Ausland, wo es ohne einen sprachkundigen Rechtsanwalt schwer ist, Ansprüche geltend zu machen. Allerdings sind die Anwälte oft an keine Gebührenordnung gebunden. Zudem muss in einigen Ländern auch bei einem gewonnenen Prozess ein Teil der Gerichtskosten bezahlt werden. Abhilfe kann hier eine Rechtsschutzversicherung schaffen. Diese übernimmt im Inland, in Europa und den Mittelmeerstaaten die Kosten für den Anwalt, das Gericht, für die Zeugen und die Sachverständigen – auch wenn der Prozess durch mehrere Instanzen geht. Muss der Versicherte aufgrund richterlicher Anordnung vor einem ausländischen Gericht erscheinen, werden zudem die Reisekosten übernommen.
Zu einer guten Absicherung im Winterurlaub zählt auch eine Unfallversicherung. Deren Leistungen können vereinbart werden. So ist es möglich, eine Invaliditätsentschädigung, Tagegeld, Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld oder eine Entschädigung im Todesfall festzuschreiben.
Eine Skibruch- und Skidiebstahlversicherung ist für das erste Jahr oft im Kaufpreis enthalten und gilt bei Beschädigung oder Verlust von Ski, Skiroller, Skibob, Rodelschlitten oder Schlittschuhen. Versicherungsschutz besteht während des Gebrauchs der Wintersportgeräte, während des Aufenthalts am Wintersportort sowie bei der An- und Abreise.
Einige Versicherungen bieten eine Rundum-Absicherung für Winterurlauber an. So enthält das Schutzpaket des ADAC eine Geräteversicherung sowie eine Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherung. Das Paket kostet 42 DM (Mitglieder) beziehungsweise 48 DM (Nichtmitglieder). Das Komplettpaket des Deutschen Skiverbandes bietet darüber hinaus eine Auslandskrankenversicherung (64 DM). Zu prüfen ist bei den Komplettangeboten allerdings, ob die Risiken nicht bereits durch bestehende andere Versicherungen gedeckt sind. Beispiel: Eine Wintersportgeräte- oder Skibruchversicherung ist für manchen Wintersportler durchaus sinnvoll. Aber gegen den Verlust der Skier durch Raub oder Einbruch schützt auch eine Hausratversicherung. Bei Bruch oder Beschädigung zahlt in der Regel die Reisegepäckversicherung. Rolf Combach
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