ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996Plasmapherese sollte gefördert werden

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Plasmapherese sollte gefördert werden

tp

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LNSLNS BONN. Die Plasmapherese sollte in Europa intensiv gefördert werden. Nur so könne genügend Blutplasma für Gerinnungspräparate, Immunglobuline und Fibrinkleber aufgebracht werden, erklärte die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Ursula Schleicher, in Bonn. Dort veranstaltete die Immuno GmbH, Hersteller von Plasmapräparaten, Ende Juli eine Pressekonferenz.
Schon seit 1989 würde die "Selbstversorgung" gefordert. Allein in Deutschland fehlten jährlich aber 400 000 Liter Plasma. Das entspreche 1,3 Millionen Blutspenden. Im Fall der Plasmaspende würden 50 000 Dauerspender ausreichen, erläuterte Prof. Dr. med. Norbert Müller, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin der Universität Essen, die momentane Lage. Er vertrat weiterhin die Auffassung, daß eine Selbstversorgung gar nicht ohne die Plasmapherese zu erreichen sei. Der Bedarf an Plasma sei weitaus höher als der Bedarf an roten Blutkörperchen. Es sei ethisch nicht zu vertreten, Blut zu sammeln, um dann nur das Plasma zu verwenden und die roten Blutkörperchen zu verschwenden.
Ursula Schleicher wies darauf hin, daß sich bereits mehrere europäische Institutionen mit der Selbstversorgung und der Sicherheit von Blut und Blutprodukten befaßt haben. Nun habe sich Irland für die Zeit seiner Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres das Thema zum Schwerpunkt gesetzt. tp
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