ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2001Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium: Feuerwehrmann

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium: Feuerwehrmann

Dtsch Arztebl 2001; 98(4): A-133 / B-113 / C-109

Clade, Harald

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LNSLNS Mit Dr. rer. pol. Klaus Theo Schröder (52) wurde fünf Tage nach Ernennung der neuen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (51) ein neuer beamteter Staatssekretär berufen, der den seit Oktober 1998 amtierenden Staatssekretär Erwin Jordan (47), Bündnis 90/Die Grünen, ablöst. Mit ihm ist die neue Führungs-Crew nach dem Rücktritt der bisherigen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Andrea Fischer komplett, nachdem bereits zuvor zeitgleich mit der Berufung von
Ulla Schmidt die SPD-Gesundheitsexpertin Gudrun Schaich-Walch (54) zur Parlamentarischen Staatssekretärin (als Nachfolgerin der Bündnis-Grünen Christa Nickels, 48) aufrückte.
Schröders Vita lässt erkennen, dass der Staatssekretär flexibel ist und auf verschiedenen Posten manche Meriten auch auf dem Gebiet des Sozial- und Gesundheitswesens erworben hat. So arbeitete der in Moers geborene Ökonom einige Jahre an der Gesamthochschule Duisburg, der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Universität Trier, ehe er Mitte der 80er-Jahre ins damalige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen berufen wurde. Hier war er für Grundsatz- und Querschnittsfragen der Sozial- und Gesundheitspolitik unter den Ministern Hermann Heinemann und Franz Müntefering (beide SPD), dem heutigen Generalsekretär der SPD, tätig.
Bereits früher hatte Müntefering die Karriere Schröders gefördert, als er ihn animierte, im Dezember 1994 das Amt des Staatssekretärs im Thüringer Ministerium für Soziales und Gesundheit zu übernehmen. Dort war er für die Entwicklung des neuen Krankenhausplans und die Umstrukturierung der Krankenhäuser des Landes zuständig. Ähnliche Aufgaben als „Feuerwehrmann“ erwarteten den SPD-Mann Schröder im Oktober 1999, als er das Angebot erhielt, als Staatssekretär in die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen in Berlin unter der dort neu amtierenden Senatorin Gabriele Schöttler (SPD) einzutreten. Er war ab Dezember 1999 Promoter der Berliner Krankenhausreform und einer der Ideengeber der lange umstrittenen Krankenhaus GmbH, die zehn Städtische Kliniken mit 17 000 Ärzten, Schwestern und
Pflegern zusammenfasst. Genervt von politischen Fallstricken, verließ Schröder freiwillig das Amt und wechselte am 13. Dezember in die Konzernleitung der Rhön-Klinikum AG. Schröder eilt der Ruf voraus, er sei ein agiler, durchsetzungsfähiger konzeptioneller Denker. Also: der richtige Mann auf dem richtigen Stuhl? Dr. rer. pol. Harald Clade
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