ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2001Kulturelle Missverständnisse in der Medizin

BÜCHER

Kulturelle Missverständnisse in der Medizin

Dtsch Arztebl 2001; 98(4): A-168 / B-139 / C-135

Zimmermann, Emil

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LNSLNS Patientenversorgung
Spezifische Gesprächsführung

Emil Zimmermann: Kulturelle Missverständnisse in der Medizin. Ausländische Patienten besser versorgen, Verlag Hans Huber, Bern, Göttingen u. a., 2000, 160 Seiten, gebunden, 39,80 DM
Dies ist ein hochinteressantes Buch, das sich mit einem Thema befasst, das lange vernachlässigt wurde: dem spezifischen Krankheitsspektrum von Ausländern in Deutschland, vom Heimwehsyndrom bis zu schwerwiegenden körperlichen Krankheiten. Es wird die Forderung nach Schulung der Ärzte in spezifischer Gesprächsführung erhoben und das Freiburger Modell der Zusammenarbeit mit einem Medizinsoziologen, Ethnomediziner und Psychologen vorgestellt.
Die typischen Missverständnisse werden angeführt, zum Beispiel die Schwierigkeiten durch die mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache, die Angst vor der unverständlichen westlichen Medizin im Krankenhaus oder die Verwechslung des Symptoms mit der Krankheit. Nicht selten haben Angehörige anderer Kulturkreise eine ganzheitliche Auffassung von Leib und Seele; daher ist auch bei gering erscheinenden Regelabweichungen ihr ganzes Befinden betroffen. In ihren Heimatländern wird unterschieden zwischen Krankheiten, die der Heiler behandeln kann, und solchen, mit denen man zum Arzt gehen muss.
Hat man schon einmal darüber nachgedacht, wie fremd sich Ausländer bei uns fühlen müssen? Es kommt gar nicht in erster Linie auf das perfekte Beherrschen der Sprache durch die Ausländer an, sondern unsere Ärzte sind gefordert, Intuition und Einfühlungsvermögen zu entwickeln. Als Grundlage hierfür ist das vorliegende Buch gut geeignet. Maja Rehbein

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