ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2001Ehrlichien: Durch Zecken übertragbare Erreger - Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Ehrlichien: Durch Zecken übertragbare Erreger - Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(4): A-185 / B-159 / C-154

Bogdan, Christian

zu dem Beitragvon Dr. med. Birgit Uta BaumgartenProf. Dr. med. Martin RöllinghoffProf. Dr. med. Christian Bogdanin Heft 38/2000
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LNSLNS Zunächst möchte ich mich auch im Namen der Koautoren für das große Interesse der Leser an unserem Artikel bedanken.
Wie in unserer Übersicht erwähnt, übertragen Zecken neben FSME-Viren, Borrelien und Ehrlichien auch verschiedene Spezies von Rickettsien. Herr Richter hat völlig Recht, dass die von uns nicht eigens erwähnten Spezies Rickettsia conorii und R. helvetica in Zentraleuropa durch importierte Rhipicephalus-sanguineus-Zecken beziehungsweise heimische Ixodes-ricinus-Zecken auf den Menschen übertragen werden können und dann eventuell das Mittelmeerfleckfieber (Boutonneuse-Fieber) beziehungsweise Fieber unklarer Ursache oder Myokarditiden auslösen (3–5).
Aufgrund mehrerer Anfragen möchte ich hier noch einmal kurz auf die Therapie der Ehrlichiose bei Kindern eingehen, welche auch in den Hochendemie-Gebieten Nordamerikas insgesamt selten ist. Aufgrund der Nichtwirksamkeit von Beta-Laktamen (Penicilline, Cephalosporine), Makroliden, Chloramphenicol und Bactrim gilt auch bei Kindern bis acht Jahren Doxycyclin als Mittel der Wahl. In den USA wird bei der Ehrlichiose (ebenso wie auch bei anderen Rickettsiosen) eine verkürzte Therapiedauer empfohlen (maximal fünf bis sieben Tage beziehungsweise drei bis fünf Tage nach Entfieberung) (2). Wie im Textkasten 4 unseres Artikels angegeben, ist die empfohlene Dosierung zweimal 1,5 bis 2 mg/kg/Tag. Die einzige derzeit verfügbare und wirksame Alternative zum Doxycyclin ist das Rifampicin (sieben bis zehn Tage, 10 mg/kg/Tag, maximal 600 mg), welches bisher allerdings nur in wenigen Fällen Anwendung fand (1).
Literatur
1. Bakken JS, Dumler JS: Human granulocytic ehrlichiosis. Clin Infect Dis 2000; 31: 554–560.
2. Dumler JS, Bakken JS: Human Ehrlichiosis: newly recognized infections transmitted by ticks. Annu Rev Med 1998; 49: 201–213.
3. Fournier PE, Grunnenberger F, Jaulhac B, Gastinger G, Raoult D: Evidence of Rickettsia helvetica infection in humans, eastern France. Emerg Infect Dis 2000; 6: 389–392.
4. Hassler D, Braun R, Kimmig P: Das Mittelmeerfleckfieber. Dt Med Wochenschr 2000; 125 (Nr. 27): A11.
5. Nilsson K, Lindquist O, Pahlson C: Association of Rickettsia helvetica with chronic perimyocarditis in sudden cardiac death. The Lancet 1999: 354: 1169–1173.
Prof. Dr. med. Christian Bogdan
Institut für Klinische Mikrobiologie,
Immunologie und Hygiene
Universität Erlangen
Wasserturmstraße 3, 91054 Erlangen
E-Mail: christian.bogdan@mikrobio.med.uni-erlangen.de

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