ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996UNESCO: Entwurf für eine Bioethik-Deklaration

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UNESCO: Entwurf für eine Bioethik-Deklaration

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS BONN. In einer Bioethik-Deklaration will die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) ein "Minimum an weltweit einheitlichen Grundsätzen formulieren". Daran könnten sich dann die Gesetzgeber in allen Ländern orientieren.
Das für die Erarbeitung eines Vorschlags zuständige Internationale Bioethikkomitee (IBC) hat jetzt einen neuen Entwurf vorgelegt. Darin wird das menschliche Genom als "gemeinsames Erbe der Menschheit" bezeichnet. Eingriffe in das menschliche Genom dürften nicht "ohne vorherige genaue Abwägung der damit verbundenen Risiken und Vorteile und ohne vorherige, freiwillige und klare Zustimmung des oder der Betroffenen oder gegebenenfalls seines/ihres rechtmäßigen Vertreters . . . erfolgen". Das IBC legt außerdem fest, daß genetische Daten einer Person gegenüber Dritten zu schützen seien. Die Staaten sollen die "geistigen und materiellen Voraussetzungen für die Forschung am menschlichen Genom gewährleisten, vorausgesetzt, daß die Forschung den Wissensstand erweitert, Leiden mindert und die Gesundheit und das Wohlbefinden des einzelnen und der Menschheit insgesamt verbessert".
Voraussichtlich im Frühjahr 1997 werden Regierungsexperten den Entwurfder Bioethik-Deklaration abschließend beraten. Die UNESCO-Generalkonferenz im Herbst kommenden Jahres ist für die formelle Beschlußfassung zuständig. Kli
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