ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2001Änderung der BUB-Richtlinien: vom 16. Oktober 2000

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Änderung der BUB-Richtlinien: vom 16. Oktober 2000

Dtsch Arztebl 2001; 98(4): A-203 / B-162 / C-158

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LNSLNS Der Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen hat in seiner Sitzung am 16. Oktober 2000 beschlossen,

I. die Anlage B (nicht anerkannte Methoden) der Richtlinien über die Bewertung ärztlicher Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gemäß § 135 Abs. 1 SGB V (BUB-Richtlinien) in der Fassung vom 10. Dezember 2000 (BAnz. 2000, S. 4602), zuletzt geändert am 16. Oktober 2000 (BAnz. v. 18. 1. 2001), wie folgt zu ergänzen:

31. Akupunktur mit Ausnahme der Indikationen chronische Kopfschmerzen, chronische LWS-Schmerzen und chronische osteoarthritische Schmerzen, soweit die Behandlung in Modellversuchen nach §§ 63 ff. erfolgt, für die im Folgenden entsprechend 6.5 der BUB-Richtlinien Vorgaben beschlossen werden.

II. Für die Anwendung der Körperakupunktur mit Nadeln ohne elektrische Stimulation bei chronischen Kopfschmerzen, chronischen LWS-Schmerzen und chronischen Schmerzen bei Osteoarthritis, die länger als sechs Monate bestehen, setzt der Bundes­aus­schuss gemäß 6.5 der BUB-Richtlinien die Beschlussfassung für drei Jahre aus und empfiehlt die Durchführung von Modellverfahren im Sinne der §§ 63 bis 65 SGB V unter folgenden Vorgaben:
a) Als Verfahren soll die Körperakupunktur mit Nadeln erprobt werden (keine Akupressur, keine elektrische Stimulation).
b) Im Modellvorhaben ist ein zweiarmiges Studiendesign vorzusehen, vorzugsweise randomisiert, zum Vergleich einer zu definierenden „Verum“-Akupunktur mit einer Plazebo- oder Schein-
akupunktur.
c) Optional ist ein dritter Arm vorzusehen, ebenfalls vorzugsweise randomisiert, mit weiterer Therapieoption (zum Beispiel anerkannte Standardtherapie) oder ohne spezifische Therapie.
d) Es sind angemessene Maßnahmen zur Verblindung vorzusehen.
e) Die Indikationen sind konkret und überprüfbar zu operationalisieren.
f) Es sollten nur Patienten eingeschlossen werden, die wegen der zu prüfenden Indikation mindestens sechs Monate dokumentiert vorbehandelt sind.
g) Es ist eine Nachbeobachtungszeit zur Bewertung der Wirksamkeit über mindestens sechs Monate vorzusehen.
Für die teilnehmenden Ärzte sind einheitliche Anforderungen an die Qualifikation zu definieren. Außerdem sind Regelungen zur Prozessqualität zu definieren, zum Beispiel Zusammenarbeit mit Schmerzzentren u. a. Die wissenschaftliche Begleitung ist durch eine in prospektiven Interventionsstudien erfahrene Institution sicherzustellen. Die Entscheidung für eine oder mehrere Institutionen soll nach einer öffentlichen Ausschreibung erfolgen.
Entsprechend Nummer 6.5, letzter Satz der BUB-Richtlinien, behält sich der Bundes­aus­schuss vor, die Modellvorhaben daraufhin zu überprüfen, ob sie von den Vorgaben abweichen.

Der Beschluss tritt am Tage nach der Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

Köln, den 16. Oktober 2000

Bundes­aus­schuss der Ärzte
und Krankenkassen

Der Vorsitzende
J u n g


Erläuterung: Die vorstehenden Beschlüsse des Bundes­aus­schusses vom 16. Oktober 2000 sind am 18. Januar 2001 im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit am 19. Januar 2001 in Kraft gesetzt worden.
Die zugehörigen umfassenden Abschlussberichte können im Internet unter der Adresse http://www.kbv.de/hta eingesehen werden.
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