ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2001Uranhaltige Munition: Im Strahlenschutzkurs nicht aufgepasst

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Uranhaltige Munition: Im Strahlenschutzkurs nicht aufgepasst

Dtsch Arztebl 2001; 98(5): A-239 / B-205 / C-191

Zang, Christof

Zu dem Beitrag „Sorgen um Krankheits-Risiko“ von Thomas Gerst in Heft 3/2001:
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LNSLNS Offensichtlich haben der Autor und die von ihm zitierten „Experten“ im Strahlenschutzkurs nicht aufgepasst. Alphastrahlung kann zwar die Haut nicht durchdringen – sie kann aber bei direktem Kontakt Hautkrebs verursachen. Alphastrahlen sind nicht schwach radioaktiv, auch wenn sie nur über kurze Distanz, also bei direktem Kontakt (Verschlucken, Einatmen, Hautkontakt) wirken. Die Uranmunition der US-Amerikaner besteht zu fast 100 Prozent aus abgereichertem Uran und Spuren von Transuranen, zum Beispiel Plutonium. Sie als uranhaltig oder urangehärtet zu bezeichnen ist zwar richtig, aber doch irreführend. Beim Aufschlag verbrennt das Uran bei großer Hitze zu pulverförmigem Uranoxid, das sich in der Umgebung verteilt und leicht in den Körper oder auf die Haut gelangen kann.
In meiner Praxis betreue ich drei Veteranen des Golfkrieges, die mit den Resten der Uranmunition in Kontakt kamen. Die Strahlenschäden sind offensichtlich (Haarausfall, allgemeine Erschöpfung, Antriebslosigkeit, trockene Haut etc.). Leider lässt sich, Jahre nach der Exposition, ein kausaler Zusammenhang zwischen Krankheitssymptomen und Exposition nur vermuten. Für entsprechende Hinweise von Kollegen, die ebenfalls Golfkriegsveteranen zu ihren Patienten zählen, wäre ich deshalb sehr dankbar.
Dr. med. Christof Zang, Eckenerstraße 15, 63808 Haibach
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