ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2001Nitrovasodilatoren senken Blutungsrisiko

MEDIZIN: Referiert

Nitrovasodilatoren senken Blutungsrisiko

Dtsch Arztebl 2001; 98(5): A-254 / B-200 / C-188

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LNSLNS Im Tierversuch schützen Medikamente, die Stickoxid (NO) freisetzen wie Nitroglycerin oder andere Nitrovasodilatoren, vor einer Magenblutung, ausgelöst durch nichtsteroidale Antirheumatika. NO hemmt jedoch die Blättchenaggregation und könnte Blutungen aus einem Ulkus sogar verstärken. Die Autoren führten eine Fall­kontroll­studie bei 1 122 konsekutiven Patienten durch, die mit einem blutenden Ulkus stationär eingewiesen wurden. Als Vergleichsgruppe dienten 1 109 Krankenhauspatienten, die aus einem anderen Grund hospitalisiert worden waren und 1 122 ambulante Patienten aus der gleichen Region. In der Woche vor der stationären Aufnahme hatten
520 Patienten (46,3 Prozent), die wegen einer gastrointestinalen Blutung hospitalisiert werden mussten, nichtsteroidale Antirheumatika eingenommen. 120 erhielten niedrig dosiertes Aspirin (10,7 Prozent), 60 (5,3 Prozent) einen Nitrovasodilator und 135 (12 Prozent) H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer. Eine multivariate Analyse zeigte, dass das Blutungsrisiko unter nichtsteroidalen Antirheumatika um den Faktor 7,4, für niedrig dosiertes Aspirin um 2,4 erhöht war. Der Einsatz eines Nitropräparates reduzierte das Blutungsrisiko um 40 Prozent, vergleichbar mit der Gabe antisekretorisch aktiver Substanzen. Die Autoren folgern, dass Nitropräparate das Blutungsrisiko senken können. w

Lanas A, Bajador E, Serrano P et al.: Nitrovasodilators, low-dose aspirin, other nonsteroidal antiinflammatory drugs, and the risk of upper gastrointestinal bleeding. N Engl J Med 2000; 343: 834–839.

Dr. A. Lanas, Servicio de Aparato Digestivo, Hospital Clínico Universitario, 50009 Zaragoza, Spanien.

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