ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001DRGs: Warnung vor Rationierung

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DRGs: Warnung vor Rationierung

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-276 / B-220 / C-208

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LNSLNS Werden die Fallgruppenpauschalen nach den „Ist-Kosten“ kalkuliert, reichen sie nicht aus.
Die Bundes­ärzte­kammer, der Marburger Bund (MB) und der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) haben in der vergangenen Woche in Berlin gemeinsam vor drastischen Rationierungen von Gesundheitsleistungen im Krankenhaus gewarnt. Diese drohten, wenn das neue DRG-System ohne Rücksicht auf die tatsächlich geleistete Arbeitszeit durchgesetzt werde (DÄ, Heft 4/2001).
Um zu realistischen Kalkulationen zu kommen, müsse man den Anforderungen des Arbeitszeitgesetzes und den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs vom 3. Oktober 2000 zur Definition des Bereitschaftsdienstes als Arbeitszeit Rechnung tragen. Sonst drohe „ein großer Berg unbezahlter Mehrarbeit unterzugehen“, warnte der MB-Vorsitzende Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. Eine Umsetzung der rechtlichen Vorgaben würde zu einem zusätzlichen Stellenbedarf von rund 15 000 Ärztinnen und Ärzten führen und bedeutete Personalmehrkosten von rund zwei Milliarden DM.
Prof. Dr. med. Dr. phil. Hermann Hoffmann, Präsident des VLK, forderte darüber hinaus, die Kosten der ärztlichen Weiterbildung bei den Kalkulationen zu berücksichtigen. Sonst sei eine ausreichende Weiterbildung und damit Qualifikation der Ärzte gefährdet.


Frank Ulrich Montgomery
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