ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Cannabis: Irreführende Überschrift

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Cannabis: Irreführende Überschrift

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-312 / B-248 / C-236

Freye, Enno

Zu dem Medizinreport „Als Arzneimittel nur von geringem therapeutischen Nutzen“ von Prof. Dr. Hans Rommelspacher in Heft 51–52/2000:
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LNSLNS . . . Es muss bezweifelt werden, dass (die Redaktion) mit der Überschrift „als Arzneimittel nur von geringem therapeutischen Nutzen“ dieser Stoffgruppe gerecht wird und hiermit nicht von vornherein dem Cannabis jeglicher therapeutischer Nutzwert abgesprochen wird. Somit ist die Überschrift irreführend, zumal der Verfasser am Schluss auch darauf hinweist, dass wissenschaftliche und damit kontrollierte Untersuchungen indiziert sind, um den wahren therapeutischen Nutzen nachweisen zu können.
Auch darf die Ansicht nicht unwidersprochen hingenommen werden, von den Cannabinoiden gehe ein Sucht- und Abhängigkeitspotenzial aus. So ist der Freizeitkonsum streng von einem therapeutischen Einsatz, wie zum Beispiel bei Schmerzpatienten, zu trennen. Denn sonst verbreitet sich eine solche irreführende Meinung, wie sie schon für eine Therapie mit Opioiden bestand. Schließlich ist es dann doch noch akzeptiertes Allgemeingut geworden, bei schweren und nicht nur tumorassoziierten Schmerzen, einem Patienten wegen eines angeblichen Sucht- und Abhängigkeitspotenzials dieses Pharmakon nicht vorzuenthalten.
Prof. Dr. med. Enno Freye, Hamannstraße 37, 40882 Ratingen
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