ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Zur Philosophie der Medizin

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Zur Philosophie der Medizin

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-316 / B-252 / C-240

Pieringer, Walter; Ebner, Franz

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Polarisierung der Medizin
Walter Pieringer, Franz Ebner (Hrsg.): Zur Philosophie der Medizin. Springer-Verlag, Wien, New York, 2000, XII, 222 Seiten,
8 Abbildungen, broschiert, 49 DM
Angesichts der seit Jahrzehnten beklagten, offensichtlich fortschreitenden Polarisierung der Medizin in Natur- und Humanwissenschaft haben die Herausgeber – „den Puls der Zeit tastend“ – einen lesenswerten Tagungsband herausgegeben, der wichtige Grundfragen der heutigen Medizin beleuchtet. Der Spaltung der Medizin in einen „objektorientierten“ und einen „subjektorientierten“ Ansatz ist der Beitrag von W. Pieringer und C. Fazckas gewidmet, wobei wesentliche Ideen von Wilhelm Doerr und Heinrich Schipperges beziehungsweise der „Heidelberger Schule“ (Llain Entralgo) akzentuiert werden. Die Entwertung des Patienten durch ein dualistisches Menschenbild beklagt der Arzt und Philosoph Giuseppe Galli aus Macerata, die Abwertung der Krankheit in der heutigen Medizin der Philosoph Karl Acham, die Fehlorientierung der Medizin am Maschinenmodell beziehungsweise Markterfordernissen der Philosoph Bernhard Pelzl. Die gesellschaftlichen Einflüsse auf diese Frage zeigt der Psychosomatiker Gerhard Danzer, während andere Autoren medizintheoretische Überlegungen etwa zur evolutionären Erkenntnistheorie oder zum Spannungsfeld von Pragmatismus, Ideologie und Wissenschaft anstellen. Mitherausgeber Franz Ebner analysiert entsprechend kritisch die aktuelle Medizinerausbildung.
Das Buch gibt zahlreiche Anregungen und informiert in flüssigem Stil über die aktuelle Problematik. Klaus Bergdolt
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