ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Kein Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Brustkrebs

MEDIZIN: Referiert

Kein Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Brustkrebs

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-322 / B-272 / C-254

zpa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Brustkrebsrisiko wurde in einer prospektiven Studie überprüft. Von 146 488 verheirateten Nichtraucherinnen, die zu Studienbeginn 1982 ohne Brustkrebsbefund waren und während der Dauer der Untersuchung den Ehepartner nicht gewechselt hatten, waren nach zwölf Jahren 669 an einem Mammakarzinom gestorben. Nichtraucherinnen, die einen Raucher zum Ehemann hatten, wurden mit Nichtraucherinnen verglichen, die mit einem Nichtraucher verheiratet waren. Eine Korrelation zwischen Brustkrebsmortalität und Rauchverhalten des Ehemanns konnte nicht nachgewiesen werden. Das relative Sterberisiko (RR) an Brustkrebs durch Passivrauchen betrug 1,0 (95-Prozent-Vertrauensintervall = 0,8–1,2). Das Ergebnis ist nicht signifikant. Bei Frauen, die ihren rauchenden Partner vor dem 20. Lebensjahr geheiratet hatten, ergab sich eine geringe, ebenfalls nicht signifikante Risikosteigerung von 1,2 (95-ProzentVertrauensintervall = 0,8–1,8). Höhe und Dauer der Tabakrauchbelastung, ausgedrückt durch Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten, Rauchdauer in Jahren und „Packungsjahre“, hatten generell keinen risikosteigernden Einfluss auf die Brustkrebsmortalität. Einzig für Nichtraucherinnen, deren Ehepartner 11 bis 20 Jahre geraucht hatten, wurde eine statistisch signifikante Risikosteigerung ermittelt, die aber bei Ehepartnern mit Raucherkarrieren von 21 bis 30 Jahren beziehungsweise 31 Jahren und darüber nicht mehr beobachtet wurde. Im Unterschied zu vorangegangenen Arbeiten hat die neue US-Studie einen Zusammenhang zwischen Brustkrebsrisiko und Passivrauchen nicht bestätigt. Die Autoren halten das Ergebnis deshalb für besonders überzeugend, weil es sich um eine prospektive Studie handelte, die Fallzahl der an Mammakarzinom gestorbenen passivrauchbelasteten Nichtraucherinnen relativ groß war und Aussagen über die Passivrauchexposition überwiegend von den Ehepartnern selbst und nicht von Verwandten gemacht wurden. zpa
Daniel Wartenberg et al.: Passive smoking exposure and female breast cancer mortality. J National Cancer Institute 2000; 92: 1666–1673.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema