ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Pflanzenbiotechnologie - Neuartige Lebensmittel (Novel Food) und Pharmazeutika: Ungeheueres Wagnis

MEDIZIN: Diskussion

Pflanzenbiotechnologie - Neuartige Lebensmittel (Novel Food) und Pharmazeutika: Ungeheueres Wagnis

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-331 / B-281 / C-263

Würschnitzer-Hünig, Barbara

zu dem Beitragvon Dr. med. Elizabeth Schell-FrederickProf. Dr. rer. nat. Jozef Stefaan Schellin Heft 28-29/2000
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LNSLNS Bei dem Versuch einer Nährwertsteigerung durch Geneinschleusung handelt es sich um ein Massenexperiment mit unklarem Ausgang. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, gibt es zu Nahrungsmittelallergien beziehungsweise Pseudoallergien wegen der schwierigen Diagnostik nur wenige gesicherte Daten. Bei solch einer Ausgangssituation noch als zusätzliche Unbekannte gentechnisch veränderte Nahrungsmittel einzuführen, ist ein ungeheueres Wagnis mit unsiche-
rem Ausgang. Sowohl Professor Popp (4), der die Qualität von Nahrungsmitteln mittels Biophotonenmessung nachweist, als auch Professor Hoffmann, der mittels Redoxserumanalyse die Qualität von Nahrungsmitteln feststellt, konnten durch ihre Messungen feststellen, dass ökologisch angebaute Produkte jedem genmanipulierten Produkt weitaus überlegen sind.
Zitat (1): „Ein weiteres Kriterium stellt der gesichert höhere Mineralstoffgehalt in den pflanzlichen Öko-Produkten dar. In langfristigen Untersuchungen von Schupahn (5) bei Gemüsen als auch im Schweizer DOK-Versuch (2) bei Getreiden ließen sich signifikant höhere Mineralstoffgehalte in den ökologischen Proben nachweisen. Diese Unterschiede wären möglicherweise unbedeutend, hätten nicht neuere Forschungen ergeben, dass die Resorption von Mineralstoffen durch den Körper offensichtlich von der Herkunft abhängig ist. Über die Pflanze vorverdaute und damit vorinformierte Mineralien scheinen vom Körper als solche erkannt und effizienter eingelagert zu werden als pharmazeutisch hergestellte Präparate (3).
Wie sieht dies bei gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln aus? Da die oben angeführten Messmethoden zur Qualitätssicherung in der Genforschung bisher noch nicht Einzug gehalten haben, glaube ich nicht, dass sich diese Frage bis dato beantworten lässt. Schon aufgrund dieser vielen Unsicherheitsfaktoren ist deshalb der Einsatz von Gentechnik an bisher gesunden Probanden unverantwortlich.

Literatur
1. Hoffmann M: Vom Lebendigen in Lebensmitteln. Deukalien Verlag 1997 (ökolog. Konzepte, 1992). S. 170.
2. Hoffmann M: a. a. O. und AlFoDi, T: Der Beitrag des DOK – Versuch zur Qualitätsforschung – In: Tätigkeitsbericht 1995 des Forschungsinstituts für biologischen Landbau, CH 4104 Oberwil.
3. Pfannhauser W: Das essentielle Spurenelement Selen: Bedeutung, Wirkung und Vorkommen in der Nahrung. In: Nutrition, Vol 16,9 (1992).
4. Popp F-A: Die Botschaft der Nahrung – Unsere Lebensmittel in neuer Sicht. – Fischer alternativ, Fischer Taschenbuch Verlag Frankfurt 1993, S. 57.
5. Schupahn W: Mensch und Nahrungspflanze – Verlag Dr. W Jurik, Den Haag 1976, 171 S.

Dr. med. Barbara Würschnitzer-Hünig
Bahnhofstraße 18
87435 Kempten

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