ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Behandlung therapieresistenter venöser Ulzera mittels Shave-Therapie: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Behandlung therapieresistenter venöser Ulzera mittels Shave-Therapie: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-333 / B-267 / C-252

Schmeller, Wilfried; Gaber, Yvonne

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller Dr. med. Yvonne Gaber in Heft 38/2000
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LNSLNS Der große Vorteil der Shave-Therapie ist, dass mit dieser relativ einfachen, universell anwendbaren und „unkomplizierten“ Methode die „kompliziertesten“ Ulzera erfolgreich angegangen werden können. Somit kann das Verfahren in jeder kleinen, operativ ausgerichteten Einheit problemlos durchgeführt werden.
Bezüglich der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) liegen eigene Erfahrungen nicht vor. Über einen positiven Effekt der HBO auf die Wundheilung allgemein wurde in einer Vielzahl experimenteller Untersuchungen und vereinzelt auch in klinischen Studien – mit oft geringer Fallzahl – berichtet. Fehlende Erfolge bei der Behandlung von Problemwunden wurden jedoch ebenfalls beschrieben (1).
Obwohl in Einzelfällen eine Verkleinerung venöser Ulzera festgestellt wurde (3), konnte ein prinzipiell positiver Effekt bei dieser Indikation bisher nicht bewiesen werden; daher wird diese Therapie auch generell nicht empfohlen (5). Das Ulcus cruris venosum ist – im Gegensatz zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), dem diabetischen Fuß-Syndrom und dem neuropathisch-angiopathischen Fuß – weder bei den HBO-Indikationen nach der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) noch bei denen der European Conference on Hyperbaric Medicine (ECHM) aufgeführt (2).
Ob das doch sehr kostenintensive Verfahren der HBO (4) bei der Shave-Therapie venöser Ulzera zusätzliche Vorteile bringt und somit empfehlenswert ist, kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht entschieden werden.

Literatur
1. Ciaravino ME, Friedell ML, Kammerlocher TC: Is hyperbaric oxygen a useful adjunct in the management of problem lower extremity wounds? Ann Vasc Surg 1996; 10: 558–562.
2. Haltern C, Siekmann UPF, Rump AFE, Rossaint R: Hyperbare Oxygenationstherapie (HBO): eine Standortbestimmung. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2000; 35: 487–502.
3. Hammarlund C, Sundberg T: Hyperbaric oxygen reduced size of chronic leg ulcers: A randomized double-blind study. Plast Reconstr Surg 1993; 93: 829–833..
4. Hunt Th: Discussion: Hyperbaric oxygen reduced size of chronic leg ulcers: A randomized double-blind study. Plast Reconstr Surg 1993; 93: 834.
5. Wattel F, Mathieu D, Coget JM, Billard V: Hyperbaric oxygen therapy in chronic vascular wound management. Angiology 1990; 41: 59–65.

Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller
Rosenparkklinik
Heidelberger Landstraße 20, 64297 Darmstadt

Dr. med. Yvonne Gaber
Klinik für Dermatologie
Universitätsklinikum Lübeck
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck

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