ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Deutsche Wirtschaftsgeschichte

VARIA: Bücher

Deutsche Wirtschaftsgeschichte

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-336 / B-268 / C-253

North, Michael

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LNSLNS Wirtschaftsgeschichte
Vom Mittelalter bis heute

Michael North (Hrsg.): Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Ein Jahrtausend im Überblick. Verlag C. H. Beck, München, 2000, 530 Seiten, 10 Abbildungen, 44 Tabellen, 12 Karten, gebunden, mit Schutzumschlag, 78 DM


Ausgehend von der mittelalterlichen Subsistenzwirtschaft und ihren feudalen Grundlagen, zeichnen die sechs Autoren die langsame und keineswegs immer geradlinige Entwicklung zur Ausbildung immer größerer und komplexerer Märkte nach und stellen die sich verändernden Produktions- und Verteilungsformen dar. Über die Modernisierung in der Landwirtschaft und die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, die von politischen und sozialen Umbrüchen begleitet wurde, reicht der Überblick bis ins 20. Jahrhundert mit seinen durch Weltwirtschaftskrise, Krieg, Diktatur und Wiederaufbau hervorgerufenen Erschütterungen und Neuansätzen.
In jedem der fünf Hauptkapitel (Mittelalter, Frühneuzeit, Industrialisierung, Weltkriege, Nachkriegszeit bis 2000) folgt auf die Skizzierung der demographisch-geographischen, politischen und geistesgeschichtlichen Entwicklungen die Darstellung der wichtigsten Wirtschaftssektoren. Daran schließt sich die Schilderung des Verhältnisses von Staat(en) und Wirtschaft an, wobei Themen wie etwa Gewerbeförderung oder die Entstehung des modernen Interventionsstaates angesprochen werden. Abschließend versucht R. Metz „säkulare Trends der deutschen Wirtschaft“ zu isolieren und geht dabei insbesondere auf Bevölkerungsentwicklung, Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital) und technischen Fortschritt ein.
Der Band komprimiert den neuesten Forschungsstand und verknüpft die jüngste deutsche Wirtschaftsgeschichte mit den langfristigen Entwicklungen zwischen Mittelalter und Neuzeit. Einige Leitlinien ziehen sich durch die Darstellung: Der deutsche Nationalstaat war ein spätes Gebilde des 19. Jahrhunderts, sodass den Regionen oder Territorien als Wirtschaftsräumen für die meiste Zeit die entscheidende Bedeutung zukam. Zudem charakterisierte eine relative Rückständigkeit die deutsche Wirtschaftsentwicklung, im Mittelalter und Früher Neuzeit gegenüber den oberitalienischen Städten und Flandern, später gegenüber England und den USA.
Erst durch den wissenschaftlich-technischen Innovationsschub im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde Deutschland zu einer der führenden Industrienationen, eine allerdings in der Folgezeit durch Krisen und Kriege immer wieder unterbrochene Entwicklung. Gegenwärtig stellen die Folgen der Globalisierung mit ihrer immer stärkeren Vernetzung weltweiter Beziehungen und Abhängigkeiten neue Herausforderungen dar. Hedwig Herold-Schmidt
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