ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Alendronat auch bei Männern wirksam: Neuer Einnahmemodus fördert die Compliance

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Alendronat auch bei Männern wirksam: Neuer Einnahmemodus fördert die Compliance

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-343 / B-277 / C-260

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Ein neuer, patientenfreundlicher Einnahmemodus, die US-Zulassung für die Therapie der primären Osteoporose des Mannes und Daten zum verminderten periprosthetischen Knochenverlust nach Einsatz von Hüftprothesen sind Neuigkeiten zum Osteoporose-Medikament Alendronat. Im Rahmen des Orthopädenkongresses in Wiesbaden hat Prof. Dieter Felsenberg (Berlin) bei einem Symposium des Unternehmens MSD die Überlegungen und Ergebnisse zum neuen Einnahmemodus von Alendronat (Fosamax®) vorgestellt.
Nachdem in zahlreichen Voruntersuchungen geklärt war, dass die einmal wöchentliche Einnahme von 70 mg Alendronat therapeutisch äquivalent der Gabe von 10 mg täglich ist und eine vergleichbare Wirkung zeigt, wurde der Effekt des neuen Regimes auf die Knochendichte von Lendenwirbelsäule, Hüftgelenk, Femurhals und Trochanter bei postmenopausalen Frauen über einen Zeitraum von zwölf Monaten überprüft.
Bei allen Parametern zeigten sich vergleichbare Zunahmen der Knochendichte. Laut Felsenberg wurde die wöchentliche Gabe gut vertragen; schwerwiegende Nebenwirkungen im oberen Gastrointestinaltrakt waren seltener als bei täglicher Einnahme. Von den Frauen wurde das verlängerte Einnahmeintervall als angenehm empfunden, was sich positiv auf die Compliance auswirken dürfte.
Dass nicht nur Frauen mit Osteoporose von einer Alendronat-Medikation profitieren, hat Prof. Johann Ringe (Leverkusen) anhand einer offenen, prospektiven, kontrollierten zweiarmigen Studie bei 122 Männern mit primärer Osteoporose dargelegt. Die Patienten erhielten entweder 10 mg/d Alendronat oder den aktiven Vitamin-
D-Metaboliten Alfacalciferol (1 µg/d) – jeweils kombiniert mit Calcium (500 mg/d).
Nach 24 Monaten wurde in beiden Gruppen eine signifikante Reduktion der Schmerzen festgestellt. Die Knochendichte nahm unter Alendronat sowohl in der Lendenwirbelsäule als auch im Femur erheblich stärker zu (plus 10,1 beziehungsweise plus 5,2) als in der Vergleichsgruppe (plus 5,2 beziehungsweise plus 2,2). Darüber hinaus lag die Zahl neuer vertebraler Frakturen unter Alendronat niedriger (7,4 versus 21,2 Prozent).
Ringe zitierte darüber hinaus eine Placebo-kontrollierte US-Studie, in der 241 Männer mit Osteoporose über zwei Jahre täglich Alendronat einnahmen. Die Tatsache, dass dabei ebenfalls eine signifikante Zunahme der Knochendichte und eine verminderte Frakturrate dokumentiert werden konnte, führte lin den USA zur Zulassung von Fosamax für die primäre Osteoporose des Mannes.
Damit scheint das therapeutische Arsenal der Bisphosphonate jedoch nicht ausgereizt, wie Dr. Thorsten Hennings (Frankfurt/Main) aufzeigte: Mit Alendronat gelingt es auch, den initial ziemlich rapiden periprosthetischen Knochenverlust bei Patienten mit Hüftendoprothese zu vermindern. Bereits in empfohlener Dosierung über zehn Wochen postoperativ konnte ein ausgeprägter positiver Effekt gezeigt werden; die Gabe von 20 mg Alendronat über fünf Wochen verhinderte laut Hennings die periprothetische Abnahme der Knochendichte in den postoperativen Monaten vollständig. Dr. Renate Leinmüller
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