ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2001Bindung an ein Attest: Vorlage der Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung

VARIA: Rechtsreport

Bindung an ein Attest: Vorlage der Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung

Dtsch Arztebl 2001; 98(6): A-345 / B-290 / C-270

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LNSLNS Allein durch die Vorlage von ärztlichen Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen hat ein Versicherungsnehmer noch nicht bewiesen, dass er auch tatsächlich arbeitsunfähig gewesen ist.
Der Kläger, der nach den von ihm vorgelegten ärztlichen Bescheinigungen arbeitsunfähig war, verlangte die Zahlung von Krankentagegeld aus seiner Versicherung. Bei einer Krankentagegeldversicherung gewährt das Unternehmen im Versicherungsfall für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ein Tagegeld im vertraglich vereinbarten Umfang. Dabei muss der Versicherungsnehmer seine Arbeitsunfähigkeit nachweisen.
Als Beweis reicht es nicht aus, dass der Versicherungsnehmer entsprechende Bescheinigungen des behandelnden Arztes vorlegt. Nach Meinung des Bundesgerichtshofs ist die Versicherung weder verpflichtet, ärztliche Atteste über eine Arbeitsunfähigkeit anzuerkennen, noch bei Zweifeln an einem Attest einen Vertrauensarzt eigener Wahl einzuschalten. Dem Versicherten bleibt bei Verweigerung der Zahlung nur die Möglichkeit, die Versicherung zu verklagen und vor Gericht die Arbeitsunfähigkeit zu beweisen. (Bundesgerichtshof, Urteil vom 3. Mai 2000, Az.: VI ZR 110/99) Be
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