ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2001Genomforschung: Finanzspritze

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Genomforschung: Finanzspritze

Dtsch Arztebl 2001; 98(7): A-353 / B-297 / C-277

Richter, Eva A.

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LNSLNS Zeitgleich mit Veröffentlichung der Sequenz des menschlichen Genoms (dazu in diesem Heft „Ein Mensch – drei Fliegen“) stellte Bun­des­for­schungs­minis­terin Edelgard Bulmahn, SPD, am 12. Februar gemeinsam mit Wissenschaftlern des deutschen Humangenom-Projektes das nationale Genomforschungsnetz vor. Es befindet sich derzeit im Aufbau und soll noch in diesem Jahr im Rah-
men des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung etabliert werden.
350 Millionen DM würden in den kommenden drei Jahren zusätzlich dafür investiert, gab Bulmahn in Berlin bekannt. Insgesamt will die Bundesregierung in den nächsten drei Jahren 870 Millionen DM für die Genomforschung bereitstellen – viermal so viel wie noch vor drei Jahren. Nur die USA geben noch mehr Geld für diesen Bereich aus. „Mit dem nationalen Genomforschungsnetz setzt sich Deutschland in Europa an die Spitze der öffentlichen Genomforschung“, sagte dann auch Bulmahn. Die staatliche Förderung ist ihr besonders wichtig. Das neue Wissen müsse allen Menschen zur Verfügung stehen, nicht nur einer kleinen Gruppe. Gleichzeitig hofft die Ministerin aber auch, dass sich die Wirtschaft mit eigenen Projekten am Netz beteiligt.
In das nationale Genomforschungsnetz werden große Hoffnungen gesetzt. Es soll helfen, die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern und Anwendern zu verbessern, Ergebnisse sollen schneller in Medizin und Pharmazie transferiert werden.
Vier Bereiche kennzeichnen das Netz: Der Kernbereich umfasst die systematische Genomanalyse und Technologieentwicklung. Darum gruppieren sich fünf krankheitsbezogene Forschungsgebiete (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, umweltbedingte Erkrankungen, Infektionen und Entzündungen). Ferner sollen die Proteomforschung und die Bioinformatik ausgebaut werden. Wie viel Mittel die einzelnen Bereiche erhalten, soll nach der Evaluierung der Forschungskonzepte Mitte März entschieden werden.
Dr. med. Eva A. Richter
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