ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2001Verfechter der Euthanasie: Talkshow „Hart, aber fair – das Reizthema“,

SPEKTRUM: Fernseh-Tipp

Verfechter der Euthanasie: Talkshow „Hart, aber fair – das Reizthema“,

Dtsch Arztebl 2001; 98(7): A-358 / B-302 / C-282

Fuchs, Richard

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LNSLNS Talkshow „Hart, aber fair – das Reizthema“, WDR Fernsehen, 31. 1. 2001, 20.15 Uhr
Töten von Menschen wird in westlichen Industrienationen als Kapitalverbrechen verfolgt. Auch „Tötung auf Verlangen“ ist strafbar. Unter dieser Voraussetzung ist es nicht hinzunehmen, wie ausgerechnet ein Verfechter der Euthanasie, Pieter Admiraal aus den Niederlanden, in die Talkshow eingeladen werden konnte – und ihm zudem überproportional viel Rederecht eingeräumt wurde. Die Tötung bezeichnete der Moderator Frank Plasberg euphemistisch in der Terminologie der Nazis viermal binnen weniger Minuten als „Erlösung“. Schwerer noch wiegt die Tatsache, dass er seine Moderatorenrolle verließ, indem er zum Beispiel mehrmals den Versuch unternahm, der Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin das Wort abzuschneiden. Den Höhepunkt bildeten die sportlichen Schiedsrichter, die zum Schluss ihr Votum für den Sympathieträger des Abends abgaben. Wer hätte es nach diesem Vorlauf anders sein können als Admiraal. Wenn sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Akzeptanzbeschaffer für eine Kultur des Todes versteht, könnte zur nächsten Talkshow ein Verfechter der Todesstrafe aus den USA eingeladen werden. Richard Fuchs
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