ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2001Osteoartikuläre Manifestationen und Assoziationen der Psoriasis: Knochenmetastasen oder SAPHO-Syndrom?

MEDIZIN: Diskussion

Osteoartikuläre Manifestationen und Assoziationen der Psoriasis: Knochenmetastasen oder SAPHO-Syndrom?

Koch, Horst J.; Uyanik, Gökhan; Steinbrecher, Andreas

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Fritz Schilling Dr. med. Stefan Kessler in Heft 37/2000Dr. med. Günther Wittenberg Dr. med. Ulrich Krause Georg Schultz Dr. rer. nat. Thomas Pabst in Heft 39/2000
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Wir haben mit Interesse die Übersicht über das SAPHO-Syndrom gelesen. Ergänzend möchten wir darauf hinweisen, dass dieses Syndrom mit ossären Schmerzen, radiologischen (2) und nuklearmedizinischen (1, 3) Befunden einhergehen kann, die auch einer Neoplasie entsprechen können. Dabei können nach unserer Erfahrung eine Gewichtsabnahme von mehreren Kilogramm, Nachtschweiß und Schlafstörungen auftreten. Für die Diagnose wegweisend ist der häufig zeitgleich zu beobachtende pustulöse Hautausschlag. Auffallend sind das sehr gute Ansprechen der Schmerzen auf nichtsteroidale Antirheumatika (1) und die nur moderate Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Wir haben auch das neurologische Syndrom einer Poly(radikulo)neuropathie der Beine be-obachten, ohne dass allerdings der kausale Zusammenhang nachweisbar war. Knochenszintigraphie oder eine FDG-PET können pathologische Anreicherungen aufweisen, die an einen Knochentumor denken lassen, obgleich sich in konventionellen Röntgenaufnahmen, CT oder MRT des Achsenskeletts keine Osteolysen oder Frakturen finden. Typisch aber wiederum unspezifisch sind in den Laboruntersuchungen die Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit und C-reaktives Protein. In Zweifelsfällen kann die CT-gesteuerte Biopsie eines verdächtigen Herdes eine Klärung herbeiführen. Neben den medizinischen Problemen in der Diagnostik und Therapie sollte die psychologisch-ärztliche Betreuung der Patienten gerade in der Phase der Diagnosefindung nicht unterschätzt werden, da die Betroffenen durch diagnostische Umwege oft verunsichert sind und sich gegebenenfalls mit der Verdachtsdiagnose einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung auseinandersetzen müssen.

Literatur
1. Hagemann D, Pfaffenbach B, Schmid G, Adamek RJ: Wirbelkörperdestruktionen mit massiven Schmerzen durch das Sapho-Syndrom. Dtsch med Wschr 1999; 124: 114–118.
2. Kasperczyk A, Freyschmidt J: Pustulotic arthroosteitis: Spectrum of bone lesions with palmoplantar pustulosis. Radiology 1994; 191: 207–211.
3. Robins PD, Blake MP, Robinson PS: SAPHO syndrome mimicking metastases on bone scintigraphy. Clin Nucl Med 1998; 23: 696–698.

Dr. rer. nat. Dr. med. Horst J. Koch
Gerontopsychiatrie
Psychiatrische Universitätsklinik

Dr. med. Gökhan Uyanik
Dr. med. Andreas Steinbrecher
Neurologische Universitätsklinik
Universitätsstraße 84, 93053 Regensburg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote