ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2001Osteoartikuläre Manifestationen und Assoziationen der Psoriasis: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Osteoartikuläre Manifestationen und Assoziationen der Psoriasis: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(7): A-409 / B-330 / C-309

Schilling, Fritz

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Fritz Schilling Dr. med. Stefan Kessler in Heft 37/2000Dr. med. Günther Wittenberg Dr. med. Ulrich Krause Georg Schultz Dr. rer. nat. Thomas Pabst in Heft 39/2000
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LNSLNS Wir haben nicht eine Übersicht über das SAPHO-Syndrom geschrieben, sondern Informationen gebracht über die osteoartikulären Manifestationen bei nicht-pustulöser Psoriasis (überwiegend vulgaris) und über die Assoziationen bei Psoriasis pustulosa, die viel seltener sind und überwiegend vom SAPHO-Syndrom abgedeckt werden. Symptomatologische Einzelheiten, Differenzialdiagnose und Therapie mussten in dieser gedrängten Übersicht ausgespart und durch Hinweise auf die kompetente Literatur ersetzt werden, die bei mir angefordert werden konnte. Das SAPHO-Syndrom ist keine Entität, sondern ein heterogenes Syndrom, dessen nosologische Differenzierung wir anhand des größten deutschen Krankenkollektivs (n = 92) beschrieben haben (1, 2). Die dabei häufigste Entität ist die chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis (CRMO) (2, 3), deren Knochenmark- und Periostentzündungen selbstverständlich Schmerzen bereiten und immer gegenüber Malignität osteologisch abgegrenzt werden müssen. Diagnose und Differenzialdiagnose bedürfen der lokalisierenden Szintigraphie (1–4), im Frühstadium der gezielten MRT- und gegebenenfalls später der röntgenologischen Darstellung und Kontrolle (4). Neuropathien gehören nicht zu den Merkmalen des SAPHO-Syndroms, und die Laborbefunde sind uncharakteristisch. Die Autoren Hagemann et al. haben unter dem Begriff des SAPHO-Syndroms in ihrer Kasuistik, ohne es zu bemerken, einen Fall des „vertebralen Typs der adulten CRMO“ (Schilling) dargestellt.
Die Bedeutung der histopathologischen Abklärung ist ein selbstverständliches Integral der osteologischen Diagnostik. Ebenso selbstverständlich sind für den psychosomatisch orientierten Rheumatologen die psychosoziale Führung und Betreuung seines chronisch Kranken sowie dessen zunächst symptomatisch gehandhabte Schmerztherapie mit Antirheumatika. Eine spezifische „Basistherapie“ haben wir angedeutet. Hier locker den Einsatz von Corticosteroiden, Methotrexat oder gar Azathioprin (!) zu erwähnen, beruht auf unkritischen Zitaten. Verläufe mit fatalen Komplikationen sind selten, von uns aber beschrieben (Amyloidose, retroperitoneale Fibrose mit Urämie, Spinalkompression) (5, 6). Die Beherrschung dieser „Skibo-Krankheiten“ (Freyschmidt) bedarf der engen interdisziplinären rheumatologischen, radiologischen und pathologischen Zusammenarbeit im Sinne der Systemspezialität, die allein in der Lage ist, dem Patienten „diagnostische Umwege und Verunsicherung“ zu ersparen.

Literatur
1. Schilling F: Das SAPHO-Syndrom – Nosologische Heterogenität und diagnostische Differenzierung – mit rheumatologischer Osteologie hyperostotischer Spondarthritiden. Akt Rheumatol 1998; 23 (Suppl 1): 1–64.
2. Schilling F, Kessler St: Das SAPHO-Syndrom – Klinisch-rheumatologische und radiologische Differenzierung und Klassifizierung eines Krankengutes von 86 Fällen. Z Rheumatol 2000; 59: 1–28.
3. Schilling F, Schweden F: Die chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis im Erwachsenenalter: Adulte CRMO. Osteologie 1997; 6: 171–191.
4. Schilling F: Die chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis (CRMO). Fortschr Röntgenstr 1998; 168: 115–127.
5. Schilling F, Schweden F: Die lumbo-sakro-iliakale Hyperostose mit retroperitonealer Fibrose. Z Rheumatol 1996; 55: 331–347.
6. Schilling F: Spondarthritiden und chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis bei Acne conglobata, fulminans und Aknetriade. Akt Rheumatol 1998; 23 (Suppl 1): 42–54.

Prof. Dr. med. Fritz Schilling
Hebbelstraße 20, 55127 Mainz-Lerchenberg

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