ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2001Handy-Verbot: Auswirkungen auf den Versicherungsschutz

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Handy-Verbot: Auswirkungen auf den Versicherungsschutz

Dtsch Arztebl 2001; 98(7): [75]

EB

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LNSLNS Autofahrer dürfen ab dem 1. Februar während der Fahrt nur noch über eine Freisprechanlage oder mit einem Knopf im Ohr telefonieren. Bei Missachtung der neuen Regelung droht ein Bußgeld von 60 DM. Das Handy-Verbot gilt natürlich auch für Motorradfahrer; ebenso für Radfahrer, die aber nur 30 DM zahlen müssen.
Darüber hinaus hat die neue Regelung Auswirkungen auf den Versicherungsschutz: Quasselstrippen riskieren ihren Schutz in der Kaskoversicherung. Viele Versicherungen zahlen nämlich nicht für Schäden am eigenen Auto, wenn der Fahrer den Unfall durch grobe Fahrlässigkeit – und also solche könnte das Telefonieren per Mobiltelefon ausgelegt werden – verursacht hat. Zu beachten ist, dass Richter in einem Strafverfahren, etwa nach einem heftigen Unfall, sogar die Offenlegung der Telefondaten vom Handy-Netzbetreiber verlangen dürfen.
Streitfälle um den Kaskoschutz bei unachtsamen Fahrern sind bereits häufig zuungunsten des Versicherten entschieden worden. So musste beispielsweise ein Fahrer nach einem Unfall trotz Versicherung selber zahlen, weil er sein Mobiltelefon auf dem Beifahrersitz gesucht hatte (Oberlandesgericht Düsseldorf, Az.: 10 U 213/95).
Nicht bangen müssen per Handy telefonierende Autofahrer um ihre Haftpflichtversicherung. Die muss den Schaden des Unfallgegners auch bei grober Fahrlässigkeit des Fahrers bezahlen. Die Versicherung kann sich das Geld beim Unfallverursacher nur dann zurückholen, wenn der Fahrer eine Obliegenheitsverletzung begangen hat. Dazu gehört beispielsweise Alkohol am Steuer, nicht aber das Telefonieren während der Fahrt.
Wer sich für das Auto eine Freisprecheinrichtung zulegt, geht zumindest rechtlich auf Nummer sicher. Die Stiftung Warentest rät jedoch von billigen Universallösungen zum Anschluss an den Zigarettenanzünder ab (siehe Zeitschrift „test“ 2/2001). Diese hätten oft eine so schlechte Übertragungsqualität, dass ihr Gebrauch sogar gefährlicher sei als ein reguläres Handy. Nur bedingt empfehlenswert seien Handys in einer Halterung mit Headset. Zufriedener waren die Tester mit fest installierten Einrichtungen, wobei solche, die auf Zuruf wählen, am besten bewertet wurden. Diese kosten allerdings ab 950 DM. EB
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