ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Krankenhäuser: Einheitlicher Preis

SEITE EINS

Krankenhäuser: Einheitlicher Preis

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): A-421 / B-357 / C-333

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG) hat erneut bekräftigt, dass das neue leistungsbezogene Entgeltsystem (diagnosebezogene Fallpauschalen) mit der Budgetdeckelung unvereinbar sei. Andernfalls würden auch im Krankenhaus floatende Punktwerte und ein Preisverfall ausgelöst werden, wie er bereits im vertragsärztlichen Bereich heftig beklagt werde. Die DKG plädiert im Gleichklang mit der Bundes­ärzte­kammer und den Privatkrankenanstalten für eine bedarfsgerechte Finanzierung sämtlicher versorgungsnotwendigen Leistungen.
Unbestreitbar vordringlich: Die Bundesregierung muss rasch den notwendigen ordnungs- und finanzpolitischen Rahmen zur Einführung und Anwendung des neuen Vergütungssystems schaffen. Die neue Krankenhausentgeltverordnung, die punktuelle Reform des Kranken-hausfinanzierungsgesetzes (KHG) und einschlägiger Paragraphen des SGB V müssen noch im Jahr 2001 parlamentarisch beraten und verabschiedet werden. Die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Krankenhäuser kann nur dann gewährleistet werden, wenn das System als Festpreissystem ausgestaltet wird. Die Länder müssten die Letztverantwortung für die Krankenhausplanung, zumindest bei der Standortplanung, behalten, so die Forderung der Krankenhausträger. Grundlage der künftigen Mengenvereinbarungen sollten die bereits vereinbarten Mengen zurückliegender Vereinbarungszeiträume und die erbrachten Leistungen sein. Bei Mengenüber- und -unterschreitungen sollten Ausgleichsregelungen zum Zuge kommen. Die Ausgleichszahlungen sollten per überbetrieblicher Pool-Lösung abgewickelt werden. Danach soll das Krankenhaus auch bei abweichender Mengenentwicklung zunächst einen einheitlichen Preis je DRG erhalten. Bei Kontingentüberschreitungen muss das Krankenhaus Ausgleiche unter Berücksichtigung der Kosten in den Pool einzahlen, bei Mengenunterschreitungen werden Ausgleichszahlungen an die empfangsberechtigte Klinik fällig. Die Zu- und Abschlagsregelung für die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung sollte von der Bundes- auf die Landeszuständigkeit verlagert werden – eine ebenfalls nachvollziehbare Forderung, um die Eigenwirtschaftlichkeit der Krankenhausträger (§ 1 KHG) zu garantieren.
Dr. rer. pol. Harald Clade
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema