ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Schmidt trifft Kassen: Säuerliche Reaktionen

POLITIK

Schmidt trifft Kassen: Säuerliche Reaktionen

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): A-433 / B-367 / C-341

Rieser, Sabine

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LNSLNS Ein Ende des Kollektivregresses beim Überschreiten der Arznei- und Heilmittelbudgets kommt nur infrage, wenn dies nicht zu finanziellen Mehrbelastungen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) führt. Diese Auffassung haben Vertreter der GKV-Spitzenverbände Anfang Februar bei einem Treffen mit Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) vertreten.
In einer gemeinsamen Erklärung betonen sie, die Ministerin habe klargestellt, dass das bestehende Recht gelte. Es könne erst dann zur Disposition gestellt werden, „wenn gleich wirksame, die Stabilität garantierende Regelungen verbindlich vereinbart sind“. Die Verbände forderten erneut, die Ärzte sollten die von ihnen unterbrochenen Verhandlungen über die gemeinsame Bundesempfehlung zu den Arzneimittelbudgets wieder aufnehmen.
Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen, erklärte gegenüber der Presse, praxisbezogene Richtgrößen allein würden den Streit um die Budgets nicht lösen: „Dadurch wird das Problem nur auf einzelne Arztgruppen verlagert.“ Bliebe die Ausgabenhöhe für Medikamente gleich, würden die individuellen Regresse für Hausärzte und Internisten vermutlich höher ausfallen. Aufgrund der Rechtslage sei es zudem schon heute möglich, Richtgrößen einzuführen.
Dr. med. Eckart Fiedler, Vorstandsvorsitzender der Barmer, plädierte bereits im vergangenen Jahr für die Abschaffung der Kollektivhaftung. Er fordert aber, sie mit anderen Vorgaben zu verknüpfen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten Ärzte stärker im wirtschaftlichen Umgang mit Verordnungen schulen. Außerdem sollten die Vertriebskosten für Arzneimittel gesenkt werden. Zudem müsse die Regierung dringend eine rechtssichere Festbetragsregelung vorlegen. Rie
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