ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Magnetresonanztomographisch gesteuerte laserinduzierte Thermotherapie von Lebermetastasen: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Magnetresonanztomographisch gesteuerte laserinduzierte Thermotherapie von Lebermetastasen: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): A-474 / B-381 / C-359

Vogl, Thomas J.; Mack, Martin G.

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Thomas J. Vogl Dr. med. Martin G. Mack Dr. rer. nat. André Roggan in Heft 37/2000
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LNSLNS Die von uns zur LITT publizierten Überlebensdaten, die mittlerweile bei über 750 Patienten und 2 100 Metastasen verifiziert worden sind, basieren zum einen auf einem Langzeitverlauf und sind zum anderen an einem Patientenkollektiv erzielt worden, bei dem ein offenchirurgisches Vorgehen nicht mehr möglich war. Trotzdem sind die dokumentierten Überlebenszeiten mit denen der chirurgischen Resektion vergleichbar bei gleichzeitig wesentlich niedrigerer Mortalität und Morbidität. Ein Vergleich mit großen historischen chirurgischen Kollektiven ist unserer Ansicht nach in Anbetracht des großen Patientenkollektivs, das mit LITT behandelt worden ist, valide und dokumentiert das Potenzial der LITT-Behandlung.
Sicherlich ist die Frage der Kosten heute ein wesentlicher Faktor. Im Vergleich zur Resektion sind die Behandlungskosten für die LITT in der Regel geringer. Trotzdem war es nicht Aufgabe dieser Publikation, zu beurteilen, wie viel die gewonnene Lebenszeit kostet oder kosten darf. Es ist richtig, dass hier Handlungsbedarf hinsichtlich der Kostenübernahme besteht, um eine möglichst zufriedenstellende Lösung für alle Betroffenen zu finden.
Die perkutane stereotaktische Radiatio und die interstitielle Brachytherapie stellen durchaus Möglichkeiten dar, den Versuch zu unternehmen, Lebermetastasen zu behandeln. Gerade die perkutane Radiatio ist sicherlich ein interessantes Verfahren. Im Rahmen unserer Publikation konnten wir jedoch nicht näher auf diese Möglichkeiten eingehen. Die vom Kollegen Zimmermann zitierten Arbeiten aus den Jahren 1986 bis 1994 dokumentieren zum einen, dass es trotz intensiver Studien über viele Jahre hinweg nicht möglich war, eine größere Patientenserie zu behandeln, obwohl es sich ja um ein nichtinvasives Therapieverfahren handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass in den zitierten Arbeiten bei vielen Läsionen ein Progress zu verzeichnen war, sodass die lokale Tumorkontrollrate als unzureichend gewertet werden muss. Selbst in aktuellen Arbeiten (1) konnte bei Dosen bis 90 Gy nur eine Ansprechrate von 68 Prozent nachgewiesen werden, wovon wiederum meistens nur eine partielle Remission erzielt werden konnte. Der Median bis zum Progress der Läsion betrug sechs Monate, die medianen Überlebensraten lagen bei 11 bis 18 Monaten. Im Gegensatz dazu zeigt die LITT mit einer lokalen Tumorkontrollrate von über 97 Prozent nach sechs Monaten und einer medianen Überlebensrate von circa 40 Monaten deutlich bessere Ergebnisse als die perkutane stereotaktische Radiatio. Vielleicht ist die „mangelhafte Verbreitung“ dieses Verfahrens doch eher in den Ergebnissen als in der „mangelhaften interdisziplinären Zusammenarbeit“ zu sehen.
Abschließen sei nochmals all den Kolleginnen und Kollegen gedankt, die unsere Arbeiten vertrauensvoll unterstützen.

Literatur
1. Dawson LA, McGinn CJ, Normolle D et al.: Escalated focal liver radiation and concurrent hepatic artery fluorodeoxyuridine for unresectable intrahepatic malignancies. J Clin Oncol 2000; 18: 2210–2218.

Prof. Dr. med. Thomas J. Vogl
Dr. med. Martin G. Mack
Universitätsklinikum Frankfurt/Main
Institut für Diagnostische und
Interventionelle Radiologie
Theodor-Stern-Kai 7

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