ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Wallraf-Richartz-Museum: Große Kunst im Rheinland

VARIA: Feuilleton

Wallraf-Richartz-Museum: Große Kunst im Rheinland

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): A-476 / B-383 / C-361

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Das in Form eines Kubus erbaute Museum in der Kölner Innenstadt beherbergt eine der umfangreichsten Gemäldesammlungen Deutschlands.

Das Rheinland ist seit Ende Januar um eine kulturelle Einrichtung reicher – das neu gebaute Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Das in Form eines Kubus erbaute Museum beherbergt eine der größten Gemäldega-lerien in Deutschland. Die Sammlungen des Wallraf-Richartz-Museums, aus denen alle anderen städtischen Museen hervorgingen, basieren auf der Sammelleidenschaft des Kanonikus’ und Rektors der Kölner Universität, Ferdinand Franz Wallraf (1748 bis 1824). Der Kölner Kaufmann Johann Heinrich Richartz (1795 bis 1861) finanzierte den ersten, am 1. Juli 1861 eröffneten Museumsbau. Richartz hinterließ der Stadt übrigens auch 100 000 Taler für den Bau einer „Heil- und Pflegeanstalt“, für die er zur Bedingung machte, dass sie nur Kölner Bürgern dienen sollte. Diese Anstalt wurde die „Lindenburg“ – die spätere Universitätsklinik.
Nach der späteren Aufteilung in Spezialmuseen konzentrierte sich das Wallraf-Richartz-Museum auf Gemälde und Grafiken. Durch Neuerwerbungen wurden die Sammlungen kontinuierlich erweitert. Jetzt haben die Sammlungen, die 13 Jahre lang im Schatten der Domtürme mit dem Museum Ludwig vereint waren, zwischen Gürzenich und Rathaus ein neues Zuhause bekommen, wo sie sich besser entfalten können. Im unmittelbaren Umfeld des neuen Museums befanden sich im Mittelalter die Werkstätten der Kölner Goldschmiede und Maler.
Funde aus Römerzeit und Mittelalter
Der Kölner Architekt Oswald Mathias Ungers hat die Pläne des Neubaus entworfen. Der kubische Gebäudetrakt ist ganz für die Präsentation der ständigen Sammlung und der Sonderausstellungen reserviert. Unter der luftig gestalteten Eingangshalle befindet sich ein großer Sonderausstellungsraum. In diese Fläche integriert sind archäologische Funde aus Römerzeit und Mittelalter. Über der Halle liegen die drei Ausstellungsgeschosse. Im ersten Obergeschoss erwartet den Besucher die Sammlung mittelalterlicher Malerei. Grundfarbe: Rosa. Diese Abteilung mit Gemälden wie Stefan Lochners „Muttergottes in der Rosenlaube“ oder Albrecht Dürers „Pfeifer und Trommler“ wird wahrscheinlich die meisten Besucher für sich einnehmen. Mehrteilige Altäre, kleine Andachtsbilder und die Vielfalt der Tafelmalerei sind nicht nur Zeugnisse tiefer Religiosität, sondern liefern auch aufschlussreiches Anschauungsmaterial zum Alltagsleben jener Epoche. So entdeckt man zum Beispiel das Männerbein als Schönheitsideal. Die gebildeten höfischen Frauen halten oft Bücher in der Hand.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist im zweiten Obergeschoss untergebracht – die holländische und flämische Malerei des 17. Jahrhunderts. Der erste Raum ist der niederländischen Malerei gewidmet. Namen wie Rubens, Rembrandt, Hals und van Dyck sprechen für die Pro-minenz der ausgestellten Maler. Im Nachbarraum ist die Renaissance- und Barockmalerei der romanischen Länder zu bewundern. Das
dritte Obergeschoss schließlich ist der Kunst des 18. und
19. Jahrhunderts gewidmet. Grundfarbe: Hellgrau. Zu erwähnen sind unter anderem Caspar David Friedrichs „Flussufer im Nebel“, Gu-stave Courbets „Meeresstrand“ und Auguste Renoirs „Das Ehepaar Sisley“. Sicher eines der schönsten Blätter aus der grafischen Sammlung des Museums ist Rembrandts „Christus und die Ehebrecherin“.
Gisela Klinkhammer


Stefan Lochner: „Muttergottes in der Rosenlaube“, um 1451

Peter Paul Rubens: „Juno und Argus“, um 1611


Edvard Munch: „Vier Mädchen auf der Brücke“, 1905


Öffnungszeiten: dienstags 10 bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr, montags geschlossen. Führungen: mittwochs 16.30 Uhr, sonntags 11.30 Uhr sowie nach Anmeldung für Gruppen (Telefon: 02 21/22 12 73 80). Informationen: Wallraf-Richartz-Museum, Martinstraße 39, 50667 Köln, Telefon: 02 21/22 12 11 19, Fax: 22 12 26 29, E-Mail: wrm@wrm.museenkoeln.de, Internet: www.museenkoeln.de
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