ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Kardiomyopathie: Defibrillator schützt nicht besser als Amiodaron

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Kardiomyopathie: Defibrillator schützt nicht besser als Amiodaron

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): A-480 / B-385 / C-363

bl-ki

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Kammertachykardien sowie asymptomatische, nur im Langzeit-EKG nachweisbare Ektopien erhöhen bei Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden. Es wird postuliert, dass die (primär-)prophylaktische Implantation eines Cardioverter-Defibrillators (ICD) die Prognose der Betroffenen verbessern kann. Die bisherigen Daten aus Studien bei hochgradig Koronarkranken sind allerdings widersprüchlich. Bis jetzt nicht prospektiv untersucht wurde der Nutzen des ICD bei Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie nicht-ischämischer Genese.
Als erste Wahl – basierend auf den Ergebnissen von
GESICA und CHF-STAT – gilt bisher bei dieser Gruppe von Herzinsuffizienten der Einsatz von Amiodaron (Cordarex®, Sanofi-Synthelabo). In AMIOVIRT wurden beide Strategien verglichen. Randomisiert erhielten 52 Patienten Amiodaron, und 51 wurden mit einem ICD versorgt. 75 weitere Patienten erfüllten ebenfalls die Einschlusskriterien. Da sie der Randomisierung nicht zustimmten, wurden sie auf freiwilliger Basis in einem Register geführt – 24 unter Amiodaron und 51 mit ICD.
Studien- und Register-Kollektiv unterschieden sich hinsichtlich ihrer demographischen, klinischen und basistherapeutischen Charakteristika nicht und wurden deshalb für die Auswertung zusammengefasst. Beim primären Endpunkt – Gesamtmortalität nach einer mittleren Beobachtungsdauer von zwei Jahren – ergab sich entgegen der Studienhypothese kein Vorteil für den ICD. Beim sekundären Endpunkt „arrhythmiefreies Überleben“ war Amiodaron sogar statistisch überlegen.
Wie Dr. Adam Strickberger (Ann Arbor) auf der Tagung der American Heart Association in New Orleans berichtete, habe es sich bei der untersuchten Bevölkerung um ein Kollektiv mit beträchtlichem Risiko für einen arrhythmiebedingten plötzlichen Herztod gehandelt. Die Auswurffraktion betrug durchschnittlich 23 Prozent, und die Zahl der Extrasystolen lag im Mittel bei zehn pro Stunde mit einer Herzfrequenz von etwa 150 Schlägen/Minute. bl-ki
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema