ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Unfallversicherung: Schutz auf dem Arbeitsweg

Versicherungen

Unfallversicherung: Schutz auf dem Arbeitsweg

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): [82]

afp

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LNSLNS Wer auf dem Weg zur Arbeit oder während der Arbeit fahrlässig einen Unfall verursacht, verliert nicht den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das entschied das Bundessozialgericht (BSG) in einem Grundsatzurteil. Die Richter gaben einem Motorradfahrer Recht, der bei einem riskanten Überholmanöver verunglückte (Az.: B 2 U 45/99 R).
Der junge Mann war auf dem Weg zur Meisterschule, als er beim Überholen in einer unübersichtlichen Kurve mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Dabei brach er sich beide Beine. Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Versicherung lehnte eine Entschädigung ab, weil der Motorradfahrer den Unfall durch eine strafbare Handlung verursacht habe.
Das BSG hielt im Gegensatz zu den Vorinstanzen jedoch an dem Grundsatz fest, dass es in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht auf ein Verschulden ankomme. Deshalb sprachen die Richter dem Motorradfahrer eine Entschädigung zu. Der Unfallschutz auf dem Weg zur Arbeit sei weder durch das fahrlässige Verhalten noch durch dessen Strafbarkeit verloren gegangen. afp


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