ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2001Lebensversicherung: Höchste risikobereinigte Rendite

Versicherungen

Lebensversicherung: Höchste risikobereinigte Rendite

Dtsch Arztebl 2001; 98(8): [83]

Combach, Rolf

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LNSLNS Bei der Altersvorsorge führt an der Lebensversicherung kaum ein Weg vorbei. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Studie an der Universität Mannheim.

Vor allem Freunde von Investmentfonds und Aktien weisen oft auf die angeblich niedrigen Renditen von Lebensversicherungen hin. Dabei hat eine Lebensversicherung durchaus Vorteile. Dies belegt eine Studie von Prof. Dr. rer. pol. Peter Albrecht, Universität Mannheim. Albrecht untersuchte, ob die Lebensversicherung (im Vergleich zu einer alternativen Fondsanlage) eine angemessene Leistung erbringt und welchen Nutzen der Kunde davon hat.
Stabile und schwankungsarme Nettoverzinsung
Grundlage der Studie waren die Kapitalanlageergebnisse der 30 größten deutschen Lebensversicherungen sowie die Renditeentwicklungen von 17 deutschen Investmentfonds. Albrecht verglich nicht nur die Renditen der einzelnen Produkte, sondern auch deren Schwankungen. Das Ergebnis war wenig überraschend: Die Nettoverzinsungen der Lebensversicherungen waren stabil und schwankungsarm; Immobilien- und Rentenfonds präsentierten sich etwas volatiler, und die Aktienfonds wiesen eine hohe Schwankungsbreite mit zum Teil extremen Ausschlägen auf. Letztlich konnte eine moderate Renditeerhöhung nur durch eine deutliche Risikosteigerung erkauft werden – das Risiko wuchs stärker als die Rendite. Einzige Ausnahme: die Lebensversicherung. Sie erwies sich als „hypereffizientes“ Investment. „Die Kapitalanlage der Lebensversicherung bietet ein Rendi-te-Risiko-Verhältnis, das nicht am Kapitalmarkt erhältlich ist“, urteilt Albrecht.
Die „Risikoadjustierungsanalyse“ zeige, dass die Lebensversicherung im Vergleich zu Aktien-, Renten- und auch Immobilienfonds die höchste risikobereinigte Rendite erziele. Dabei profitierten Versicherungsunternehmen und Kunden gleichermaßen von der Leistung der Lebensversicherung, erläutert Albrecht. Neben der Absicherung im Todesfall des Hauptverdieners, die Fonds von Haus aus nicht leisten könnten, gehöre dazu auch die Sicherheit der Geldanlage für die Altersvorsorge.
Die Ökonomen unterschieden zehn Anlegertypen mit unterschiedlichen Risikopräferenzen und konstruierten deren optimales Anlegerportfolio. Ergebnis: Nur der extrem aggressive Anleger kann bei seiner Altersvorsorge allein auf Aktien setzen. Für andere Anlegertypen sind die Lebensversicherung in Kombination mit Fondsprodukten ein zentrales Element einer auf Effizienz ausgerichteten Altersversorgung, so Prof. Dr. Albrecht. Der Vorwurf einer unbefriedigenden Performance bei den Lebensversicherungen sei unbegründet. Rolf Combach
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