ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2001Dritter Altersbericht: „Die“ Alten gibt es nicht

SEITE EINS

Dritter Altersbericht: „Die“ Alten gibt es nicht

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): A-493 / B-397 / C-375

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der größte Teil der älteren Bevölkerung verbringt die ersten 15 bis 20 Jahre im Anschluss an das Berufsleben unabhängig von Hilfe und Pflege. „Alter heißt nicht zwangsläufig, gebrechlich und hilfsbedürftig zu sein“, lautet eine Erkenntnis der Autoren, die den dritten Altersbericht im Auftrag der Bundesregierung verfasst haben. Vielmehr unterschieden sich ältere Menschen stark in ihrer körperlichen und seelisch-geistigen Leistungsfähigkeit, in ihren Interessen und in der Gestaltung ihres Alltags.
Dieses Mal ist ein umfangreiches Kapitel des Berichtes der gesundheitlichen und medizinischen Versorgung älterer Menschen gewidmet. Daraus geht hervor, dass die Anforderungen an die soziale Sicherung und an die medizinische Versorgung Älterer steigen werden. Das gilt vor allem für über 75- bis 80-Jährige: „In dieser Spanne steigen die Risiken chronischer körperlicher Erkrankungen, der Multimorbidität sowie der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit an.“ In Zukunft werden aber immer mehr Menschen älter. Bis 2050 wird der Anteil der über 60-Jährigen vermutlich von 22 auf 36 Prozent steigen.
Die Autoren empfehlen unter anderem, Angebote der Prävention und Gesund­heits­förder­ung für Ältere aufzustocken. Die geriatrische Rehabilitation solle ausgebaut werden. Zudem benötige man spezifische gerontopsychiatrische Einrichtungen und mehr Tagesstätten zur Betreuung demenzkranker Menschen. Darüber hinaus müsse die Pflege einen anderen Stellenwert erhalten: „Pflege wird zumeist erst dann hinzugezogen, wenn zuvor alle Möglichkeiten der Kuration ausgeschöpft sind.“ Im Altersbericht wird zudem dafür plädiert, die integrierte Versorgung auszubauen: „Versorgungsbrüche, Desintegration und Schnittstellenprobleme gehören zu den bekanntesten Erscheinungen bei der Versorgung älterer Menschen und mindern ihre Lebensqualität.“ Sabine Rieser
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema