ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2001Allgemeinmedizin: Das Ziel rückt näher

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Allgemeinmedizin: Das Ziel rückt näher

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): A-504 / B-406 / C-383

Korzilius, Heike

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LNSLNS Das Förderprogramm zur Weiterbildung künftiger Hausärzte ist bis 2003
vertraglich abgesichert.

Bereits seit 1999 beteiligen sich Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen an der finanziellen Förderung allgemeinmedizinischer Weiterbildungsstellen. „Ziel ist, dass ab dem Jahr 2006 der Facharzt für Allgemeinmedizin Träger der hausärztlichen Versorgung ist“, begründet Dr. med. Andreas Köhler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, das Engagement. Um die Allgemeinmedizin aufzuwerten und den künftigen Hausarzt auf seine Rolle als Koordinator der Patienten vorzubereiten, hatte der 99. Deutsche Ärztetag 1996 die Verlängerung der Weiterbildungszeit von drei auf fünf Jahre beschlossen. Mit dem Initiativprogramm zur Sicherstellung der allgemeinmedizinischen Versorgung wollte man gewährleisten, dass für die verlängerte Weiterbildung genügend Stellen zur Verfügung stehen.
Das Programm war zunächst auf zwei Jahre befristet. Das Gesundheitsreformgesetz, das am 1. Januar letzten Jahres in Kraft trat, sah jedoch vor, dass die Krankenkassen sich über das Jahr 2000 hinaus an der Finanzierung allgemeinmedizinischer Weiterbildungsstellen beteiligen. Inzwischen haben sich die Vertragspartner, die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft, auf eine Anschlussregelung geeinigt. Sie wurde zum 1. Januar wirksam und ist bis zum 31. Dezember 2003 befristet.
Die Krankenkassen haben mit der KBV erneut vereinbart, allgemeinmedizinische Weiterbildungsstellen jeweils paritätisch mit höchstens 2 000 DM monatlich zu fördern. In diesem Jahr sollen im ambulanten Bereich wiederum 3 000 Stellen gefördert werden. Die Förderkontingente für 2002 und 2003 stehen noch nicht fest. Fördermittel werden jeweils auf Antrag der zur Weiterbildung befugten Praxisinhaber gewährt. Die Weiterbildungsassistenten müssen sich ihrerseits verpflichten, den Weiterbildungsabschnitt als Teil ihrer Weiterbildung in Allgemeinmedizin zu nutzen. Auf diese Weise will man verhindern, dass Fördergelder zweckentfremdet eingesetzt werden.
Weiterbildungsabschnitte, die innerhalb der alten dreijährigen Weiterbildung geleistet werden, sind nur förderungsfähig, wenn die Weiterbildung bis zum 31. Dezember dieses Jahres abgeschlossen wird. Diese Regelung ist auf Kritik des Berufsverbandes der Allgemeinärzte Deutschlands gestoßen. Der Verband räumte zwar ein, dass es sinnvoll sei, die Fördergelder langfristig an Weiterbildungsassistenten zu vergeben, die die verlängerte Weiterbildung absolvieren. Es sei jedoch eine praktikable Übergangszeit notwendig, um auch diejenigen fördern zu können, die ihre Weiterbildung vor In-Kraft-Treten der Novelle begonnen hätten.
Besserer Zuspruch in Praxen
Im ambulanten Bereich verläuft das Programm bislang erfolgversprechend. Zwar liegen für das letzte Jahr noch keine exakten Zahlen vor. Die KBV schätzt aber, dass das Förderkontingent in fast allen KVen ausgeschöpft wurde. Ein anderes Bild bieten die Krankenhäuser. Dort wurde im letzten Jahr nur gut die Hälfte der Förderstellen besetzt.
Dennoch sollen dem Anschlussvertrag zufolge bis 2003 jährlich weitere 3 000 Stellen gefördert werden. Mit 2 000 DM monatlich bezuschussen die Krankenkassen bestehende Stellen, die in Stellen für die Weiterbildung in Allgemeinmedizin umgewandelt wurden. Heike Korzilius
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