ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996Ferienimmobilien: Der Bundesbürger wird anspruchsvoller

VARIA: Immobilien

Ferienimmobilien: Der Bundesbürger wird anspruchsvoller

Metzger, Oskar H.

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LNSLNSLNSLNS Beim Bundesbürger wird, wie Pressesprecher Thomas Koch von der LBS Bayerische Landesbausparkasse in München bestätigt, "in steigendem Maße der Wunsch nach Ferienimmobilien sowohl im Inland als auch im Ausland laut".
Koch zitiert Ergebnisse einer LBS-Studie, nach der 21 Prozent der Befragten sich vorstellen könnten, ins Ausland zu gehen; 20 Prozent würden regelmäßig eine Zweitwohnung nutzen. Für eine breite Schicht dieser Menschen mündet dieses Verhalten in den Wunsch nach einem Domizil dort, wo sie ihre Qualitätsanforderung verwirklicht sehen: Schönheit der Landschaft, Sicherheit am Ferienort, Sauberkeit, Sehenswürdigkeiten und Sonne als Synonym für Wärme. "Diese Ziele bieten", wie Koch diagnostiziert, "in aller Regel die südeuropäischen Länder."
Dieser seit einigen Jahren zu beobachtende Trend und das Zusammenwachsen Europas führten nach Angaben der Deutschen Bundesbank im Jahr 1993, neuere Zahlen liegen noch nicht vor, zu Investitionen der Bundesbürger in ausländische Immobilien in einer Rekordhöhe von insgesamt 2,41 Milliarden DM. Die Liste der besonders beliebten Länder wird angeführt von Frankreich mit 412 Millionen DM, gefolgt von den USA (400 Millionen DM) und Spanien (312 Millionen DM). Die Tendenz, die eigene Wohnung in den Bergen Österreichs, das Häuschen in der Provence oder in der Toskana, den Reihenbungalow am Mittelmeer oder die Stadtwohnung in London zu finanzieren, wird nach Ansicht der Deutschen Bank Bauspar AG nicht nur wegen des teilweise günstigen Immobilienpreisniveaus anhalten.
Eine wesentliche Rolle spielte in diesem Zusammenhang, daß die lange zweifelhaften steuerlichen Fragen durch einen Erlaß des Bundesfinanzministers geklärt wurden. Danach könnten Aufwendungen als Werbungksosten bei der Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung für solche Zeiträume abgesetzt werden, in denen die Wohnung tatsächlich vermietet wird oder ausschließlich zur Vermietung bereitsteht. Für Erich Hildebrandt, den Vizepräsidenten des Verbandes Deutscher Makler (VDM), ist Spanien seit Jahrzehnten ein beliebtes Land für Käufer von Ferienimmobilien. Frankreich habe an Beliebtheit gewonnen. Dabei gebe es jedoch erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen. "Während zum Beispiel im Elsaß die Nachfrage nach Ferienimmobilien groß ist, ist sie in Südfrankreich, rezessionsbedingt, gesunken – und mit ihr die Preise."
Seit Jahren arbeiten beispielsweise die Sparkassen in Baden, Rheinland-Pfalz und im Elsaß (Caisse d’Epargne d’Alsace) in vielen Bereichen eng zusammen. Gemeinsam wurde deshalb auch eine Informationsbroschüre erstellt, die einen einfachen Überblick zum Thema "Erwerb und Finanzierung von Haus- und Grundbesitz im Elsaß/Frankreich" bieten soll. In Boomzeiten haben fast alle spanischen Banken auch bei dubiosen Schuldnern ohne nachgewiesene Bonität im Vertrauen auf den "Wert" der Immobilie hohe Hypotheken gegeben. In vielen Fällen sahen sich die Käufer jedoch nicht in der Lage, die vereinbarten Tilgungen und Zinsen zu zahlen. Die in der Regel sehr guten Objekte in Küstengebieten und auf den Inseln gingen daher zur Zwangsversteigerung. Mangels Käuferinteresse waren die Banken gezwungen, die Objekte zu übernehmen. Sie werden jetzt von den Instituten wegen der schlechten Marktlage, wie es heißt, äußerst günstig verkauft.
Wer am Kauf interessiert ist, kann die entsprechenden Preislisten gegen eine Schutzgebühr von 20 DM bei der Deutschen und Schweizerischen Schutzgemeinschaft für Auslandsgrundbesitz e.V. anfordern (Postfach 20 13 50, 79753 Waldshut-Tiengen, Telefonnummer 0 77 41/21 31, Fax 16 62). Oskar H. Metzger
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