ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996Singles wohnen anders: Eigentumswohnungen für Singles eignen sich als Kapitalanlage

VARIA: Immobilien

Singles wohnen anders: Eigentumswohnungen für Singles eignen sich als Kapitalanlage

Jobst, Peter

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LNSLNS Bereits rund zwölf Millionen Deutsche leben in einem sogenannten Single-Haushalt. Das sind rund 40 Prozent aller Haushalte in den alten und rund 20 Prozent in den neuen Bundesländern. Gründe dafür sind neben dem Wunsch nach "persönlicher Freiheit" insbesondere die wachsenden Scheidungsraten, aber auch regionale Besonderheiten: In Universitätsstädten bestehen beispielsweise oftmals mehr als 50 Prozent aller Haushalte aus nur einer Person. Der Wohnungsmarkt wird diesen Veränderungen jedoch nur sehr langsam gerecht. Das ist auch verständlich: Jährlich kommt nur rund ein bis zwei Prozent des gesamten Wohnungsbestandes neu an den Markt. Dementsprechend ist das Angebot an singlegerechten Wohnungen noch weit geringer als die Nachfrage. Diese Tendenz betrifft sowohl den Miet- als auch den Eigentumswohnungsmarkt.
Einschränkend muß allerdings gesagt werden, daß es die "typische" Single-Wohnung gar nicht gibt. Denn es macht schließlich einen Unterschied, ob ein Student eine preiswerte "Bude" sucht oder beispielsweise eine bessergestellte Sekretärin oder eine Seniorin eine langfristige Bleibe wählt.
Dennoch lassen sich gewisse Gemeinsamkeiten erkennen: Das Wohneigentum des Singles ist in der Regel die Eigentumswohnung. Je nach finanzieller Bonität sind Eineinhalb- bis Zweieinhalb-zimmerwohnungen in kleinen Anlagen mit maximal 20 Einheiten besonders gefragt; ein Kfz-Abstellplatz und ein Kellerraum werden vorausgesetzt. Gesucht sind in erster Linie Neubauwohnungen und – bei angemessenem Umfeld – auch besonders attraktive Altbauten. Die stadtnahe Lage steht sowohl bei jüngeren wie bei älteren Menschen hoch im Kurs. Bei Eigentumsobjekten wird schließlich darauf geachtet, ob die Anlage von möglichst vielen Eigentümern selbst genutzt wird – denn dies verbessert den Wohn- und damit auch Wiederverkaufswert.
Auch im Mietbereich wird der relativ kleinen, überschaubaren Wohnung in guter Lage und Qualität der Vorzug gegeben. Hier spielt insbesondere die schnelle Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes beziehungsweise Studienortes auf direktem Weg oder mit Hilfe der ebenfalls schnell erreichbaren öffentlichen Verkehrsmittel eine wichtige Rolle. Gerade in Universitätsstädten ist daneben eine ordentliche, zweckdienliche und vor allem weitgehende zeitlose Möblierung gefragt, die mit einem entsprechenden Aufschlag auf die ortsübliche Miete honoriert wird.
Die Tendenz zum Single-Dasein ist eine große Chance für Geldanleger. Anleger können kostengünstig einsteigen, müssen also nicht gleich mehrere hunderttausend Mark auf den Tisch des Verkäufers blättern. Gleichzeitig profitieren sie von interessanten Abschreibungsmöglichkeiten und den gerade derzeit besonders niedrigen Zinsen, und nicht zuletzt dürften die Preise derartiger Objekte angesichts der wachsenden Nachfrage in den kommenden Jahren überproportional steigen.
So "ganz nebenbei" kann die vermietete Single-Wohnung nahe dem Stadtzentrum eines Tages auch für die Selbstnutzung interessant werden: Sollten die eigenen vier Wände im Alter zu groß werden oder der Weg in die Stadt zu weit sein, ist das bisherige Renditeobjekt möglicherweise genau die richtige Bleibe für die Zukunft. Peter Jobst
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