ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2001Hypertonie-Management: Losartan bessert auch erektile Dysfunktion

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Hypertonie-Management: Losartan bessert auch erektile Dysfunktion

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): A-554 / B-453 / C-425

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Die auf einer Angiotensin-II-Überaktivität – via Hypertonie und Atherosklerose – beruhende vaskuläre Insuffizienz müsse man als ein ubiquitäres Geschehen verstehen, das auch vor den Gefäßen im Penis nicht Halt mache, gab Prof. Carlos Ferrario (Winston-Salem/USA) bei einem Symposium von MSD Sharp & Dohme anlässlich des Kongresses der American Heart Association in New Orleans eine Begründung für den Erfolg der Behandlung mit dem AT1-Rezeptorantagonisten Losartan (Lorzaar®) bei Hypertonie-Patienten mit erektiler Dysfunktion.
Dabei handelt es sich um das Ergebnis einer Pilotstudie, die er in Kooperation mit kardiologischen Zentren in Spanien durchgeführt hatte. Im ersten Schritt waren 323 Hypertonie-Patienten mit einem 16 Items umfassenden gut validierten Erhebungsbogen zu ihrem Sexualleben befragt worden. Störungen lagen bei 42 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen vor.
Im zweiten Schritt wurden je 82 der männlichen Patienten mit und ohne erektile Dysfunktion nach einer Auswaschphase ihrer bisherigen antihypertensiven Medikation – am häufigsten ACE-Hemmer, gefolgt von Calcium-Antagonisten – auf Losartan (50 bis 100 mg/Tag) eingestellt. Nach zwölf Wochen berichteten in der Gruppe mit der sexuellen Funktionsstörung mehr als 60 Prozent von einer Besserung ihres Problems beziehungsweise einer deutlich höheren Geschlechtsverkehr-Frequenz.
Dass mit Losartan hypertoniebedingte Remodelingprozesse der Gefäße rückgebildet werden können, bestätigt eine Studie von Prof. Ernesto Schiffren (Montreal). Zuvor unbehandelte Hypertoniker hatten randomisiert entweder Losartan oder Atenolol erhalten. Anhand bioptischer Untersuchungen von glutealem Subkutangewebe nach einjähriger Therapie konnte er nachweisen, dass unter dem AT1-Rezeptorantagonisten das Media-Lumen-Verhältnis signifikant abgenommen und sich die zuvor eingeschränkte Endothelfunktion normalisiert hatte. Im Kollektiv unter dem Beta-rezeptorenblocker hatte sich trotz vergleichbarem antihypertensiven Effekt an der Gefäßstruktur/-funktion nichts verändert. Gabriele Blaeser-Kiel
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