ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2001Helicobacter-pylori-Eradikation: Kombipackung soll Compliance verbessern

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Helicobacter-pylori-Eradikation: Kombipackung soll Compliance verbessern

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): A-555 / B-454 / C-426

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Für Patienten mit gastroduodenaler Ulkuskrankheit und Gastritis wird zur Eradikation des Magenbakteriums Helicobacter pylori (H. p.) die „französische“ Tripletherapie von den Fachgesellschaften als adäquat angesehen. Die Erstlinientherapie besteht aus einem Protonenpumpenhemmer in Standarddosis, Amoxicillin (1 g) und Clarithromycin (500 mg), jeweils zweimal täglich verabreicht.
Eine Studie auf der Basis von Patientenkarten hat jedoch ergeben, dass nur ein Bruchteil aller Erkrankten eine Eradikationstherapie erhält: 6,7 Prozent der Gastritis-Patienten, 8,9 Prozent der Patienten mit Ulcus ventriculi und 14,8 Prozent mit Ulcus duodeni.
Es besteht somit nicht nur ein hoher therapeutischer Nachholbedarf, sondern auch ein großes Einsparpotenzial von rund 550 Millionen DM an direkten und zwölf Milliarden DM an indirekten Kosten jedes Jahr, wenn man davon ausgeht, dass etwa vier Millionen Patienten in Deutschland jährlich von einer Eradikationstherapie profitieren könnten, so Prof. Peter Oberender (Bayreuth) bei einer Pressekonferenz der Firmen Abbott GmbH und Byk Gulden in München.
Eradikationstherapie wird empfohlen
Nach den Ergebnissen der Maastrichter Konsensuskonferenz sind Ulcus duodeni, Ulcus ventriculi, das MALT-Lymphom des Magens und Gastritis mit ernsten Komplikationen unbestritten Indikationen für eine Eradikation von H. p. Immer mehr setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass Patienten mit funktioneller Dyspepsie ebenso von einer Eradikation profitieren wie Patienten unter Langzeittherapie mit Protonenpumpenhemmern wegen gastroösophagealer Refluxkrankheit und Patienten, die nichtsteroidale Antiphlogistika oder Aspirin über längere Zeit einnehmen müssen.
Prof. Peter Malfertheiner (Magdeburg) empfiehlt das Konzept der „Test- und Behandlungsstrategie“ ohne vorherige Endoskopie, vorausgesetzt, der Patient ist jünger als 45 Jahre und weist keine Alarmsymptome wie Gewichtsabnahme, Anämie und/ oder starke Schmerzen auf. Auch familiäre Risikofaktoren und die fehlende Einnahme von gastroläsiven Medikamenten müssen berücksichtigt werden.
Leicht verständliche Patienteninformation
Grund für eine häufig inadäquate Behandlung von Patienten mit peptischen Magen-Darm-Ulzera oder schwerer Gastritis ist die schlechte Patienten-Compliance infolge der zweimal täglichen Einnahme von jeweils drei Medikamenten aus drei verschiedenen Packungen. Hier kann eine Kombinationspackung mit Standardtherapeutika abhelfen.
Es scheint den Ärzten bisher nicht gelungen zu sein, den Patienten zu verdeutlichen, wie notwendig die Einnahme aller Tabletten in der richtigen Reihenfolge sei, so Dr. Michael Elberfeld (Leverkusen). Bei nur zehn Prozent vergessener oder absichtlich nicht eingenommener Medikamente verringert sich der Therapieerfolg drastisch und kann zur Resistenzentwicklung bei H. p. führen.
Mit der Kombinationspakkung ZacPac® wird erwartet, die Compliance deutlich fördern und eine erfolgreichere H.-p.-Eradikation häufiger erreichen zu können. ZacPac ist relativ einfach zu handhaben. Die Packung enthält die Medikamente des PAC-Schemas für die Sieben-Tage-Therapie in der täglichen Dosierung: 40 mg Pantoprazol, 1 000 mg Amoxicillin, 500 mg Clarithromycin. Die Medikamente sind in sieben zweigeteilten Tabletten-Tagesblistern verpackt, sodass für die morgendliche und abendliche Einnahme jeweils drei Tabletten entnommen werden können. Eine ausführliche und leicht verständliche Patienteninformation ist der Kombipackung beigefügt. Siegfried Hoc
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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 27. September 2018, 13:14

@ Medall

1. Heißt es "Teure Compliance"
2. Der medizin-bildungsfremd kritisierte Artikel ist 17 Jahre alt!
Dtsch Arztebl 2001; 98(9): A-555 / B-454 / C-426
3. Die Helicobacter pylori-Eradikationstherapie geht im Standard über 7 Tage.
4. Nur weil die Medikamente üblicherweise 2 x tgl. eingenommen werden, sind 14 Stück in jeder Generika-Packung.
5. Ihre Preisangaben stimmen nicht! Die Vorwürfe "Wucher" und "so werden die Krankenkassen ausgenommen" werden mit 17 Jahre alter Literatur wohl kaum zu belegen sein.
Avatar #753122
Medall
am Mittwoch, 26. September 2018, 15:18

Teueres Compliance

202,- Euro kostet die Kombipackung für 14 Tage,
ca. 63,- Euro, wenn man die Tabletten einzeln kauft!
Der Unterschied ist als Wucher zu bezeichnen.
So werden die Krankenkassen ausgenommen!

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