ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 1/2001Hampton Court Palace: Von Heinrich VIII. zu Mark McCormack

Supplement: Reisemagazin

Hampton Court Palace: Von Heinrich VIII. zu Mark McCormack

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): [11]

Werner, Helmut

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LNSLNS Hampton Court Palace. Die attraktive junge Dame in der tief ausgeschnittenen brokatbesetzten Robe mit den kurzen Puffärmeln und den hingehauchten Leberflecken auf Busen und Wange, Tochter einer Schneiderin aus dem Hofstaat von König Wilhelm III. (1650 – 1702), fühlt sich in ihrer Rolle sichtlich wohl. Mit sparsamer Gestik, ausdrucksvoller Mimik und bestem King’s English führt sie die Besucher ein in das Leben am Hofe Wilhelm III.
Die in Stuart- und Tudorkostüme gekleideten Guides (Kunst- und Geschichtsstudenten mit schauspielerischem Background) sind die Attraktion im Hampton Court Palace, einem der schönsten Königspaläste Englands, 25 Kilometer südwestlich von London in einer Themseschleife gelegen. Der vornehmlich in Rot- und Brauntönen gehaltene Tudor- und Barockpalast war jahrhundertelang Wohnsitz der englischen Monarchen. Der kostümierte Führer informiert wort- und gestenreich über das Leben am Hofe vor 500 Jahren und macht auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam. Das Schloss ist eine Schatzkammer von Kostbarkeiten und verfügt über eine unschätzbare Kunstsammlung, in der man Originalwerke von Rubens, Raphael, Brueghel und anderen findet. Im Clock Court, dem kleinsten und schönsten der drei Innenhöfe, dominiert die fantastische astronomische Uhr von Nicholas Oursian, die 1540 angefertigt wurde.
Bei Einbruch der Dunkelheit erwartet uns im Hampton Court Palace ein ganz besonderes Ereignis. Ausgangspunkt sind die Tudor-Küchenräume, deren Einrichtung noch heute so aufgebaut ist wie zur Vorbereitung des Festmahls am Johannistag 1547. Fast zur Geisterstunde führt uns ein Guide in historischen Gewändern in Kleingruppen durch die Gemächer Heinrich VIII. (1491–1547), die nur spärlich beleuchtet sind. Jeder Besucher trägt eine Laterne, erfährt die einzigartige Atmosphäre eines Rundgangs durch königliche Räume im Dämmerlicht. Der Führer gibt Einblicke in das Leben Heinrich VIII., lässt Dienstliches und Privates Revue passieren. Es geht weiter durch die Jagdgalerie, wo der Sage nach der Geist der fünften Ehefrau Heinrichs, Catherine Howard, die 1542 wegen Ehebruchs hingerichtet wurde, sein Unwesen treibt.
Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann es dem bekannten Sportvermarkter aus den USA, Mark McCormack (u.a. 1.FC Köln), gleichtun. McCormack veranstaltet einmal im Jahr im Sommer das Hampton Court Festival (Musik- und Künstlerveranstaltungen), mietet über die Verwaltung der Stiftung Historic Royal Palaces für ein Wochenende Teile des Schlosses und die Gartenanlagen an, lässt Freunde, Mitarbeiter und Geschäftspartner aus Europa und den USA einfliegen und feiert dort in der einzigartigen Kulisse Heinrich VIII. eine Art Betriebsfest. Helmut Werner

Reise-tipps
Flug: Mit Ryan-Air von Hahn (Hunsrück) nach Stansted bei London für 99 DM. Transfer per Bahn von Stansted nach London (45 Minuten) bzw. Hampton Court. Informationen unter www.flughafen-hahn.de.
Veranstalter und Eintrittspreise: Stiftung Historic Royal Palaces,
10.50 £/Familienticket 31,40 £ für Hampton Court Palace, 25 £ für Laternenlicht-Führung (einschließlich Guides, Wein und Imbiss). Sonderpreise für Kinder, Studenten und Senioren.
Informationen: www.hrp.org.uk. Tickethotline: 0044-208 781 9540.
Hotel: Carlton Mitre mit Blick auf die Themse. Telefon: 020 8979 9998.
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