Supplement: Reisemagazin

Spanien: Serranía de Cuenca

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): [14]

Klöcker, Harald

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LNSLNS Durch die ausgespülte Felsenbadewanne rauscht das glasklare, eiskalte Wasser des Río Escabas. Es ist ein prächtiger Sommernachmittag, es fliegen Schmetterlinge und Libellen über das Wasser. Zistrosen, Ginster, Orchideen und Haselnussbäume wachsen an den Ufern. Es ist mitten im Wald, wo der ungestüm zu Tal stürzende Gebirgsbach wegen einiger gigantisch großen Felsblöcke im Wasser ein paar Haken schlagen muss, um sich Durchlass zu verschaffen. Hier hatte sich diese geräumige Felsenbadewanne gebildet; es wäre frevelhaft gewesen, den Gelüsten nach einem erfrischenden Bad nicht nachzugeben.
Das Bad im Río Escabas. Himmliche Sommerfrische! Man schwärmt, sinniert und trocknet in der Sonne, beschließt, den Ort der Felsenbadewanne besser nicht preiszugeben, aber dennoch zu sagen, dass diese Serranía de Cuenca 150 Kilometer östlich von Madrid in der Provinz Cuenca liegt. Am Ostrand der trockenen Ebenen der Mancha schwingt sich die Serranía als ein wasser- und waldreicher Gebirgszug auf, der die Grenze zur Nachbarprovinz Guadalajara und zur in der Region Aragón liegenden Provinz Teruel markiert.
Wer von Westen aus den weiten Ebenen der Mancha kommend ostwärts hinein in die Serranía fährt, erlebt einen drastischen Klimawechsel und bemerkt, mit welchen Attributen die Serranía gesegnet ist: Wälder über Wälder, Grotten, Schluchttäler, bizarre Felsenformationen, viel Stille und
Einsamkeit. Eben noch Hitze, Staub und Sonnenglut in den Niederungen der Mancha, jetzt reichlich Schatten, kühle, vom Duft der Wälder erfüllte Luft, Blumenwiesen, das Gezwitscher der Vögel und eine Vielzahl von Wasserläufen, die in den Höhenlagen nahe der Grenze zu Aragón entspringen und sich dann durch die Wiesen und Wälder, durch ins Gestein eingekerbte Täler schlängeln.
Wasser, Quell-, Sturz- und Gebirgsbäche, Mineralquellen, das Heilbad von Solán de Cabras. Ein Blick auf die Karte: Río Tajo, Río Cuervo, Río Júcar, Río Escabas, Río Huecar und einige Bäche mehr entspringen in der Serranía und mäandern dem Gefälle folgend westwärts der Mancha entgegen. In den Talauen bewässern die Bäche kleinere Obst-, Getreide- und Gemüsefelder; vielerorts bemerkt man auch Anpflanzungen von Korbweiden sowie frisch abgeschnittene und dann zu kompakten Bündeln aufrecht zu-sammengestellte Weidenruten, die in der Sonne trocknen.
Die Provinz Cuenca gilt als eine nicht gerade vom Wohlstand verwöhnte Region. Kaum Industrie, überwiegend Getreide- und Knoblauchanbau in den Ebenen der Mancha, etwas Schafzucht. In der dünn besiedelten Serranía lebt man vom Holzeinschlag und einem noch dürftig entwickelten Fremdenverkehr. Gäste aus dem Ausland sind selten. Zwischen Juli und September genießen vornehmlich Ausflügler aus Ma-
drid und Zentralkastilien das frische Klima der Serranía.
Harald Klöcker


Typisch für die Serranía de Cuenca. Die in den wasserreichen Talauen geschnittenen Weidenruten werden sorgfältig getrocknet. Später werden Körbe daraus geflochten.


Parque Cinegético del Hosquillo: In einem neun Hektar großen umzäunten Schluchttal wurden zwei Braunbärinnen ausgesetzt.


Reise-tipps
Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
Anreise: Flug bis Madrid. Von dort per Auto, Zug oder Bus bis Cuenca. Weiter (am besten mit dem Mietwagen) nordostwärts in die Serranía de Cuenca.
Unterkunft: In Cuenca: Parador de Cuenca, Convento de San Pablo, Paseo Hoz del Huécar s/n, 16001 Cuenca, Telefon: 00 34/9 69/23 23 20, Fax: 00 34/9 69/23 25 34.
Literatur: Spaniens Mitte, Gustav Faber, Prestel-Verlag, München 2000.
Auskunft und Informationsunterlagen: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Grafenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, Telefon 02 11/6 80 39 80, Fax: 02 11/6 80 39 85.
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