Supplement: Reisemagazin

Flugtouristik: Notfallkoffer

Dtsch Arztebl 2001; 98(9): [31]

Sefrin, Peter

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LNSLNS Die Anreise zum Urlaubsort mit dem Flugzeug ist heute kein Luxus mehr und wird von vielen vor allem bei Fernreisen immer mehr genutzt. Die Vorbereitung der Reise ist allerdings häufig mit einem hohen Stress verbunden, sodass nicht nur Gesunde, sondern auch eventuell chronisch Kranke während des Fluges zum Urlaubsziel gesundheitliche Beschwerden erleiden können. Zur Versorgung von Befindlichkeitsstörungen bis hin zu Notfällen hat der Urlauber im Flugzeug, in das er nur Handgepäck mitnehmen darf, in der Regel nicht die nötige Ausstattung parat. Deshalb sind in den Flugzeugen entsprechende Vorkehrungen erforderlich.
Grundsätzlich ist das Personal der Fluggesellschaften in Erster Hilfe ausgebildet, sodass bei Notfällen eine entsprechende Hilfeleistung durch diese gesichert ist. Neben akuten Notfällen gibt es eine Vielzahl von Befindlichkeitsstörungen und leichtere Schäden, die zu ihrer Versorgung eine Mindestausstattung erfordern. Hierzu sollte eine Bordapotheke (First-Aid-Kit) vorrätig sein, mit der Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Kopf-/Zahnschmerzen und grippale Infekte ebenso wie kleine Verletzungen versorgt werden können. Darüber hinaus könnte bei speziellen Indikationen auch die Vorhaltung von (rezeptfreien) Medikamenten sinnvoll sein. Dazu gehören muskelerschlaffende Medikamente für krampfartige Zustände (zum Beispiel Buscopan®), Medikamente gegen Übelkeit (zum Beispiel Vomex®), gegen Sodbrennen (zum Beispiel Kompensan®, Maaloxan®), zur Abschwellung der Nasenschleimhaut, gegen Durchfall (zum Beispiel Imodium®), Fiebertabletten (zum Beispiel Paracetamol) sowie Schmerztabletten (zum Beispiel ASS) und eventuell eine Nasentamponade (zum Beispiel Clauden®). Mit dieser Ausstattung müssten die typischen Befindlichkeitsstörungen behandelt werden.
Sofern es zu akuten Notfällen mit momentaner Lebensbedrohung kommt, ist es erforderlich, mitreisenden Ärzten einen Notfallkoffer (Doctor’s Kit), der eine notfallmedizinische Versorgung ermöglicht, bereitzuhalten. In diesem sind neben Medikamenten spezielle medizinische Instrumente vorzuhalten, die in der Lage sind, die Lebensgefahr abzuwenden oder den Zustand bis zur (Zwischen-)Landung zu stabilisieren.
Unabhängig davon sollten Urlauber, die auf die kontinuierliche Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, daran denken, diese im Handgepäck zugänglich mitzuführen oder für die Dauer der Reise einen entsprechenden Vorrat griffbereit zu halten. Prof. Dr. med. Peter Sefrin



- Verbandmaterial (Binden, Pflaster und Ähnliches)
- Verbandpäckchen
- Dreiecktuch
- elastische Binden
- Wundschnellverband verschiedener Größen (Heftpflasterstrips)
- Mullkompressen
- Kleines Schienenmaterial
- aluminiumbedampftes Verbandtuch (für Verbrennungen)
- Beatmungshilfe mit Sauerstoffanschluss
- Einmalhandschuhe
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