ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Suchtstoffkontrollrat: Gefährliche Psychopharmaka

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Suchtstoffkontrollrat: Gefährliche Psychopharmaka

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-572 / B-480 / C-456

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LNSLNS UN-Gremium kritisiert Verordnungsverhalten von Ärzten.
Psychosoziale Probleme werden immer häufiger mit psychotropen Medikamenten wie Benzodiazepinen und amphetaminähnlichen Substanzen behandelt. Dies entwickele sich derzeit vor allem in den Industriestaaten zu einer von der Gesellschaft akzeptierten Gewohnheit, kritisierte der Internationale Suchtstoffkontrollrat in seinem Jahresbericht 2000.
Zu lockere Bestimmungen, wenig verlässliche Schätzungen über den tatsächlichen medizinischen Bedarf und aggressive Marketingmethoden seien die Hauptgründe für das Überangebot und den steigenden Konsum von Psychopharmaka. Zudem würden Ärzte diese Medikamente oft unangemessen verschreiben. Zu rascher Einsatz bei Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Adipositas und Hyperaktivität, irrationale Medikamentenkombinationen, hohe Dosierungen und zu lange Behandlungszeiträume führten zu Abhängigkeit und psychischen Störungen, warnte der Suchtstoffkontrollrat. Das unabhängige Kontrollorgan für die Einhaltung der Drogenkonvention der Vereinten Nationen forderte in seinem Bericht pauschal Regierungen, Ärzte, Pharmaindustrie und Konsumenten zu einem verantwortungsvolleren Verhalten auf.
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