POLITIK

Nachgefragt

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-585 / B-489 / C-464

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DÄ: Herr Dr. Hansen, welche Ziele verfolgt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein in den Euregios?
Hansen: Durch die Modellprojekte soll die grenzüberschreitende Versorgung entbürokratisiert werden. Ziel ist es, ein Europa der Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

DÄ: Glauben Sie, dass es ein grenzenloses Europa auch bei der Gesundheitsversorgung geben kann?
Hansen: Kurzfristig ist dies wohl nicht zu erreichen. Denn auch nach den Amsterdamer Verträgen bestimmt das nationale Recht die gesundheitliche Versorgung. Dieser Umstand fordert flexible Lösungen wie die GesundheitsCard international. Langfristig wird sich der Prozess in Richtung einer grenzenlosen Versorgung entwickeln.

DÄ: Welche Vorteile haben Patienten und Ärzte?
Hansen: Patienten aus den Niederlanden und Belgien haben leichteren Zugang zu unseren ambulanten Gesundheitsleistungen. Da die Kolleginnen und Kollegen außerhalb des Budgets vergütet werden, wird Mehrarbeit zudem auch wirklich honoriert. Die deutschen Versicherten profitieren durch eine wohnortnähere Versorgung – etwa im Raum Nijmegen.

DÄ: Wie bewerten Sie die bisherigen Ergebnisse?
Hansen: Ich finde es positiv, dass die Angebote immer stärker genutzt werden. Dabei zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Vor allem Niederländer und Belgier wählen eine Behandlung auf unserer Seite der Grenze. Dies ist auch eine Anerkennung des deutschen Systems und ein Signal an die Politik, die Struktur unserer Versorgung nicht zu gefährden, sondern zu stärken.
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