THEMEN DER ZEIT

Extramortalität

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-594 / B-518 / C-474

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LNSLNS Angenommen, ein 50-jähriger Mann leidet unter der Erkrankung Asthma. Die Versicherungsmedizin weiß aufgrund von Statistiken, dass von 1 000 Männern mit dem Alter 50 und der Anomalie Asthma im Laufe des nächsten Jahres 14 Männer sterben werden. Diese Zahl ist zwar interessant, jedoch für sich alleine betrachtet nicht besonders hilfreich. Konkrete Aussagekraft gewinnt sie erst durch den Vergleich mit der Bevölkerungssterbetafel, die für jedes Lebensalter die Sterblichkeit der Normalbevölkerung angibt. Aus ihr kann man entnehmen, dass von 1 000 Männern im Alter von 50 Jahren sieben Männer im Laufe des nächsten Jahres sterben werden. Diese Zahl wird als Normalsterblichkeit bezeichnet. Wenn man die Sterblichkeit beider Gruppen – die der Asthmatikergruppe und der normalen Gruppe – miteinander vergleicht, so differieren die Sterblichkeiten in diesem Beispiel um das Doppelte (14/7), das heißt, es sterben 100 Prozent mehr als in der gesunden Vergleichsgruppe. Diese zusätzliche Sterblichkeit wird als Übersterblichkeit oder Extramortalität bezeichnet und ist die statistische Maßzahl, die die Prognose der erhöhten Risiken bestimmt. Sie wird immer in Prozent der Normalsterblichkeit ausgedrückt. Es besteht also in diesem Beispiel eine Übersterblichkeit von 100 Prozent.
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