ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Arbeitszeit: Gleichgesinnte gesucht

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Arbeitszeit: Gleichgesinnte gesucht

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-597 / B-485 / C-457

Walter, Frank

Zu den Beiträgen „Bereitschaft ist Arbeit“ von Thomas Gerst in Heft 41/2000 und „Keine Menschenschinderei mehr“ von Dr. med. Eva A. Richter in Heft 4/2001:
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LNSLNS Erfreulicherweise scheint sich nicht nur bei den Richtern des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die Ansicht durchzusetzen, dass in Krankenhäusern für das medizinische Personal die Zeitbelastung viel zu hoch ist. Ein erster Schritt zum Abbau dieser ist die anstehende konsequente Überprüfung des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) durch die Gewerbeaufsicht . . . Bei einem solch einschneidenden Urteil hätte ich doch einen schnelleren und profunderen Einsatz vonseiten unserer Interessenvertretung für die Arbeitnehmer erwartet. Erstaunlicherweise scheint ja nur ein modifiziertes Bereitschaftsdienstmodell infrage zu kommen, für Schichtdienst engagiert sich jedenfalls bisher keine Gewerkschaft. In der Richtlinie 93/104/EG gibt es eine Ausnahme für Behandlungsdienste von Krankenhäusern, sodass es ausgerechnet den Tarifparteien und Sozialpartnern vorbehalten bleibt, die Anwendung der Richtlinie für das Krankenhauspersonal auszuhandeln. Warum können wir nicht behandelt werden wie andere Angestellte des öffentlichen Dienstes, für die eine 38,5-Stunden-Woche gilt? Die Patientenversorgung würde darunter nicht leiden, es würde lediglich mehr kosten. Unsere Interessenvertretung scheint wieder einmal die Möglichkeit verstreichen zu lassen, für Krankenhausärzte und ihre Angehörigen Chancengleichheit herzustellen.
So bleibt nur, selber Gleichgesinnte zu finden, um das Urteil auch in Deutschland durchzusetzen, was allerdings eine mehrjährige juristische Auseinandersetzung voraussetzen wird. Der Kommunale Arbeitgeberverband sieht nämlich zur Zeit keinen Handlungsbedarf.
Frank Walter, Tulpenstraße 12, 31699 Beckedorf
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