ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Sprachliches – Ein falscher Begriff: Ein Widerspruch

BRIEFE

Sprachliches – Ein falscher Begriff: Ein Widerspruch

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-600 / B-488 / C-460

Hauschild, Rüdiger

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS „Abtreibung“ ist ein Begriff, der in Deutschland überwiegend negativ besetzt ist und unsachgemäß zur Anwendung kommt. Eine Mehrheit der Nutzer dieser Bezeichnung will damit wissentlich auch ihre entsprechend negative, das heißt ablehnende Haltung – auch zu einem legalisierten Schwangerschaftsabbruch – öffentlich zum Ausdruck bringen.
Wenn ärztlicherseits von einer vorzeitigen Beendigung einer Schwangerschaft die Rede ist, handelt es sich um rechtlich abgesicherte Verfahren oder Vorhaben nach § 218 StGB . . .
Unverständnis muss daher auslösen, wenn Ärzte, ihre beruflichen Vertretungen beziehungsweise ihre Fachorgane – so auch das Deutsche Ärzteblatt – wiederholt den Begriff der „Abtreibung“ für etwas verwenden, das mit hoher Wahrscheinlichkeit so nicht (!) gemeint ist.
Jüngstes Beispiel: DÄ Heft 1–2/2001 „Weiterhin Diskussionsbedarf“. Hier wird allein die Bezeichnung „Spätabtreibung“ dreimal gebraucht. Da „Abtreibungen“ im Allgemeinen in der Frühphase einer Gravidität stattfinden, dürfte der Ausdruck „Spätabtreibung“ aus fachlicher Sicht per se ein Widerspruch sein.
Dr. med. Rüdiger Hauschild, Wildstraße 16, 07743 Jena
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema