ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001BSE: Globale Tierversuche am Menschen

BRIEFE

BSE: Globale Tierversuche am Menschen

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-600 / B-488 / C-460

Kees, Christina

Zu dem Medizinreport „Vom BSE-Schnelltest bis zum Nachweis von Prionen im Blut“ von Rüdiger Meyer in Heft 49/2000:
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LNSLNS Erst durch diesen Bericht wurde mir bewusst, dass es sich bei BSE nicht um eine Viruserkrankung handelt, sondern sie „nur durch Protein“ ausgelöst wird.
Dadurch kam mir mit Schrecken folgende Parallele in den Sinn. Wenn es möglich ist, dass ein Protein, das nur wenig von einem natürlichen, „gesunden“ Protein abweicht, einen derartigen Krankheitsprozess in Gang setzen kann, indem es im Körper die Umwandlung normaler Proteine in krankhafte in Gang setzt, dann gehe ich davon aus, dass es möglich ist, dass es in Zukunft auch andere Proteine geben wird, die durch minimale Veränderungen andere Krankheiten verursachen. Genau das wird durch gentechnisch veränderte Produktion von Nahrungsmitteln bewusst angestrebt: minimale Veränderungen des genetischen Codes bewirken minimal veränderte Stoffwechselprodukte, sicher meist Proteine. Durch die gesetzliche Legalisierung solcher Methoden wird die Menschheit zu einem globalen Tierversuch freigegeben.
Ärzte können es sich nicht mehr leisten, in der rein wissenschaftlichen Betrachtung der Dinge zu verharren. Es war in der Vergangenheit wiederholt so, dass jeder Skeptiker von politischer Seite her als hysterisch betitelt wurde, die Presse als sensationslüstern abgestempelt wurde. Tatsächlich stellt sich jeweils das Gegenteil heraus. Meist entpuppen sich die Tatsachen als schlimmer als zunächst angenommen.
Ich plädiere dafür, dass Ärzte ihr Wissen wesentlich stärker in die öffentliche Diskussion einbringen, um den Macht- und Geldinteressen der von der Wirtschaft abhängigen Politik ein Gewicht entgegenzusetzen.
Bezogen auf BSE, reicht es meinerseits nicht aus, Richtlinien für die Transfusionsmedizin zu erlassen. Es müssen auch klare Empfehlungen für die Ernährung mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen abgegeben werden. Daran hätten sich insbesondere Krankenhäuser dann strikt zu halten. Auch zum Gebrauch von Gelatine muss Stellung bezogen werden, die ja auch medizinisch in Form von Medikamenten täglich millionenfach Einsatz findet.
Christina Kees, Wredestraße 18, 97082 Würzburg
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