BÜCHER

Klinische Kardiologie

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-602 / B-490 / C-462

Erdmann, Erland

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LNSLNS Kardiologie
Umfassendes Lehrbuch
Erland Erdmann (Hrsg.): Klinische Kardiologie. Krankheiten des Herzens, des Kreislaufs und der herznahen Gefäße. 5., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg u. a., 2000, LIX, 1422 Seiten, 764 Abildungen, 312 Tabellen, gebunden, 398 DM
Umfang und Inhalt des Buches haben weiter zugenommen, sodass mit dem „Erdmann“ nunmehr ein umfassendes Lehrbuch der Kardiologie in deutscher Sprache vorliegt. Vergleichbare aktuelle deutschsprachige Bücher zu diesem Fachgebiet gibt es nicht, sodass allenfalls ein Vergleich mit Lehrbüchern anglo-amerikanischer Herkunft möglich ist. Ausführlich werden alle diagnostischen Maßnahmen erläutert. Dabei kommt die klinische Untersuchung im Vergleich zu den apparativ-technischen Untersuchungen etwas zu kurz. Trotz aller technischen Fortschritte sollte die detaillierte körperliche Untersuchungsmethodik gepflegt und dargestellt werden.
Die kardiovaskulären Risikofaktoren sind ausführlich, kritisch und fundiert erläutert. Es fehlt aber der inzwischen weltweit akzeptierte Risikofaktor „Körperliche Inaktivität“. Das umfangreiche Kapitel über die koronare Herzkrankheit wird detailliert und unter Berücksichtigung der Pathophysiologie hervorragend dargestellt. Gleiches gilt für die Rhythmusstörungen, die mit allen Varianten einschließlich der arrhythmogenen rechtsventrikulären Dysplasie erschöpfend aufgeführt werden. Lediglich das Brugada-Syndrom fehlt noch. Das Kapitel über die Herzinsuffizienz bringt sehr souverän alle Aspekte von der Molekularbiologie über die Klinik bis hin zu aktuellen therapeutischen Maßnahmen (zum Beispiel Endothelinantagonisten).
Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Schock, Hochdruck und Cor pulmonale, Kardiomyopathien und entzündlichen Herzkrankheiten. Diese Abschnitte sind fundiert und gut verständlich. Angeborene und erworbene Vitien, die heute zunehmend im Erwachsenenalter eine Rolle spielen, werden ausführlich dargestellt. Weitere Spezialkapitel runden das Werk ab, wenngleich die psychosomatischen Aspekte etwas zu kurz kommen. Positiv ist auch das Kapitel über die Begutachtung und ökonomischen Aspekte zu bewerten.
Es bleiben einige kritische Anmerkungen. So wird das körperliche Training als wichtige Therapiekomponente kaum erwähnt, zitiert wird lediglich der Begriff des Koronarsports, der aus heutiger Sicht besser als Sport in Herzgruppen zu bezeichnen ist. Der Stellenwert der körperlichen Aktivität bei allen Herzkrankheiten, speziell bei Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck, wird nicht berücksichtigt. Das Sportherz mit seinen positiven Erscheinungsformen wie auch mit seinen Risiken sollte bei einem solchen Standardwerk nicht fehlen. Die Literaturangaben sind umfangreich, alle klassischen Arbeiten werden zitiert, jedoch reichen die Angaben der meisten Kapitel nur bis 1996/1997.
Alles in allem ist das Kardiologiebuch aber zum deutschsprachigen Standardwerk der klinischen Kardiologie geworden. Herbert Löllgen
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