ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Kolorektalkarzinome und körperliche Aktivität

MEDIZIN

Kolorektalkarzinome und körperliche Aktivität

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-612 / B-500 / C-471

Heitkamp, Hans-Christian; Bott, Miriam

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LNSLNS Zusammenfassung
Kolorektale Karzinome liegen an zweiter Stelle der Karzinommortalität in den Ländern der Europäischen Union. Zum Zusammenhang zwischen der Inzidenz kolorektaler Karzinome und körperlicher Aktivität wurden Studien der letzten 15 Jahren analysiert. Von 39 Studien zeigten 16 eine wahrscheinliche, 16 eine tendenzielle und sieben keine Möglichkeit zur Prävention von kolorektalen Karzinomen durch körperliche Aktivität. Von 25 Studien zum Rektumkarzinom ergaben eine Studie eine hohe Wahrscheinlichkeit, zehn eine Tendenz und 14 keine Wahrscheinlichkeit zur Vorbeugung durch körperliche Aktivität. Bei relativ schwacher Datenlage für Frauen erscheint körperliche Aktivität zum Schutz vor Kolon-, aber nicht vor Rektumkarzinom für Männer und Frauen geeignet. Umfang und Intensität der Aktivität lassen sich noch nicht festlegen, sind aber wahrscheinlich höher als zur Prävention von degenerativen Gefäßerkrankungen.

Schlüsselwörter: Kolonkarzinom, Rektumkarzinom, körperliche Aktivität, Prävention

Summary
Colorectal Carcinoma and Physical Activity
Carcinoma of the colon and rectum are second in place in the mortality rate of carcinoma in the European Union. Studies published within the last 15 years were analysed in respect to physical activity and the incidence of cancer of the colon and rectum. Out of 39 studies 16 show-
ed a possible connection, 16 a tendency and 7 no connection to physical activity. As for rectum carcinoma 1 showed a high possibility, 10 a tendency and 14 no possibility for prevention by physical activity. Though data in women are scarce, physical activity can be recommended for both men and women for protection of colon carcinoma, but not for rectum carcinoma. Possible mechanisms of preventive effects are discussed. Today, no data exist to recommend amount and intensity of physical activity, however, both may be higher than necessary for protection of degenerative vascular diseases.

Key words: colon carcinoma, rectum carcinoma, physical activity, prevention

Die kolorektalen Krebserkrankungen treten in den Industrienationen sehr häufig auf. In den USA liegt diese Krebsart an dritter Stelle in der Tumorletalität nach Mamma- und Bronchialkarzinom bei Frauen, beziehungsweise Bronchial- und Prostatakarzinom bei Männern (9), in der Europäischen Union an zweiter Stelle nach Mamma- beziehungsweise Bronchialkarzinom (25). Betroffen sind meist Personen zwischen 60 und 75 Jahren. Die Erkrankungs- und Todesrate hat sich in den letzten 40 Jahren bei Männern kaum und bei Frauen nur leicht reduziert (25).
Die Rolle der körperlichen Aktivität kann nicht isoliert betrachtet werden, denn eine Adjustierung im Hinblick auf zahlreiche Risikofaktoren erscheint notwendig. Eine positive Familienanamnese existiert bei mindestens zehn Prozent der Patienten, nach manchen Autoren bei bis zu 25 Prozent (20). Zwischen dem Auftreten der Erkrankung und der Nahrung bestehen ebenfalls mögliche Zusammenhänge. So sind besonders Stadtbewohner mit hohem sozioökonomischem Status betroffen, die eher eine überkalorische, fettreiche, relativ ballaststoffarme Kost mit teilweise geräucherten Bestandteilen und mäßig bis viel Alkohol und Tabak konsumieren (33). Auch für ein erhöhtes Körpergewicht ergibt sich ein gesteigertes Risiko (16), bei Frauen weniger als bei Männern (29).
Um die potenzielle Rolle der körperlichen Aktivität bei der Entstehung von Kolorektalkarzinomen aufzuzeigen, muss das Verhalten bezüglich der anderen Risikofaktoren adjustiert werden. Im Folgenden werden Studien nach einer „Medline“-Recherche aus den letzten 15 Jahren dargestellt. Die sehr unterschiedlichen Messmethoden, der variablen Berücksichtigung von Risikofaktoren, die unterschiedliche Ergebnisdarstellung sowie die divergierende Erfassung von beruflicher und freizeitmäßiger Aktivität ließen eine Metaanalyse nicht zu.
Unter körperlicher Aktivität werden alle physischen Belastungen im Alltag – also in Beruf und Freizeit – verstanden. In einigen Studien wird zwischen Freizeitaktivität, meist als Sport, und beruflicher Aktivität, unterschieden. Im Vordergrund dieses Beitrags steht die Frage, welche Rolle die gesamte körperliche Aktivität und in zweiter Linie die Freizeitaktivität spielt. Dabei wird der Schwerpunkt auf das Kolonkarzinom, das etwa 60 bis 70 Prozent aller Darmkarzinome ausmacht, gelegt. Zu dieser Erkrankung liegen 56 Prozent mehr Untersuchungen vor als zum Rektumkarzinom. !
Studien
In Fall-Kontroll-Studien wurde die körperliche Aktivität von Personen mit kolorektalem Karzinom retrospektiv untersucht und vergleichbaren Gesunden gegenübergestellt. Bei Kohortenstudien wurden Personen unter Dokumentation der körperlichen Aktivität sowie des Lebensstils und der Umweltbedingungen über Jahre prospektiv beobachtet.
Von 23 Fall-Kontroll-Studien bezogen sich neun auf die Gesamtaktivität, 14 auf die berufliche und keine auf die Freizeitaktivität. Von 17 Kohortenstudien nahmen acht Bezug auf die Gesamtaktivität, drei auf die berufliche und sechs auf die Freizeitaktivität. Die Studien werden nach ihrer Ausrichtung auf berufliche Aktivität, Freizeitaktivität oder Gesamtaktivität analysiert.
Berufliche Aktivität
Unter den 13 Studien zum Einfluss der beruflichen Aktivität finden sich nur zwei Kohortenstudien, sonst Fall-Kontroll-Studien (Tabelle 1). Zunächst vermutete man Zusammenhänge zwischen Krebs und körperlicher Aktivität nach Analyse der Berufstätigkeit der Betroffenen. Die oft nicht mögliche Erfassung des Berufswechsels glaubte man durch eine möglichst große Fallzahl kompensieren zu können.
Kolonkarzinome wurden in allen 16 Untersuchungen und nur in sieben Studien das Rektumkarzinom zusätzlich untersucht. Bedingt durch die bessere Erfassbarkeit der beruflichen Aktivität schlossen zehn Studien nur Männer ein. Geht man von der Voraussetzung aus, dass besonders hohe Fallzahlen die Aussagekraft einer Studie verbessern, so zeigten die Studien von Vena et al. (42) mit über 6 500 Fällen, von Gerhardsson et al. (16) mit 5 100 Fällen, Garabrant et al. (14) mit 2 950 Fällen, Chow et al. (8) mit 2 000 Fällen und von Brownson (6) mit 1 993 Fällen einen ungünstigen Effekt der sitzenden Tätigkeit. Dabei sind Akademiker eher betroffen. Diese großen Studien beziehen sich in erster Linie auf Männer. Eine weitere Einteilung der beruflichen Aktivität bis zu fünf Kategorien erbrachte nur bei Gegenüberstellung der Minima und Maxima zusätzliche Information. Die meisten Studien berücksichtigten das Alter als Kovariable, seltener auch Nikotin, Alkohol und Ernährung.
In den großen Studien konnte der Einfluss von Aktivität im Beruf auf das Rektumkarzinom ausgeschlossen werden, auch in kleineren ließ sich kein eindeutiger Einfluss auf das Rektumkarzinom finden. Die ethnische Herkunft spielt keine große Rolle, wie man aus einer chinesischen Untersuchung folgern kann (8), nach der eine eindeutige Tendenz bei sitzender Tätigkeit bei Männern über 60 Jahren und bei Frauen über 55 Jahren festgestellt werden konnte. Eine Untersuchung aus Japan (20) zeigte in einer Fall-Kontroll-Studie mit 1 716 männlichen Kolorektalkarzinompatienten und 1 600 Kontrollpersonen unter Berücksichtigung von Familienanamnese, Ernährung und Genussmittel eine gesichert niedrigere Häufigkeit bei höherer körperlicher Aktivität im Beruf. Von Vorteil war der seltene Berufs- und Arbeitsplatzwechsel der Japaner. Die Rolle der Umweltfaktoren wird am eindeutigsten in einer Studie mit Chinesen in China und in den USA belegt, nach der besonders das Kolonkarzinom bei Männern und Frauen, aber kaum das Rektumkarzinom beeinflusst wird (44). Migranten akquirieren aufgrund des angepassten Lebensstils, zu dem häufig der Bewegungsmangel gehört, oft die prävalenten Karzinomleiden des Einwanderungslandes.
In einer Fall-Kontroll-Studie mit nur 165 Männern und 164 Frauen konnte bei sehr genauer Befragung gezeigt werden, dass unter der körperlichen Aktivität im Beruf unter Berücksichtigung von Ernährung und Genussmittel auch die Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz von Bedeutung ist. Nur Personen ohne solche Belastung hatten bei hoher körperlicher Aktivität ein niedriges Kolonkarzinomrisiko (12).
In einer einzigen Studie (31) zeigte sich bei 6 351 Hafenarbeitern eine Senkung des Karzinomrisikos mit geringerer körperlicher Aktivität bei einer Beobachtungsdauer von 22 Jahren. Einschränkung erfuhr die Untersuchung durch die fehlende Berücksichtigung von Alkoholkonsum, der bei Schwerarbeitern eher zu vermuten ist.
Freizeitaktivität
Die Aktivität in der Freizeit zeichnet sich durch intervallartige, oft intensive aber kurze Belastung aus, während im Beruf eher niedrige Intensität und lange Dauer dominieren. Trotz größerer systematischer Probleme bei der Erfassung der Freizeitaktivität gibt es acht Kohortenstudien, aber keine Fall-Kontroll-Studien (Tabelle 2). Freizeitaktivität in Form von Jogging, Radfahren, Schwimmen, Sportspielen bis hin zu Treppensteigen und Aktivität mit Schweißproduktion wurden erfasst und teilweise auch in Kalorienverbrauch umgerechnet.
Als Kovariable wurden am häufigsten das Alter, seltener Alkohol, Nikotin und Aspirin berücksichtigt. Bei Studien mit wenig prägnanter Erhebung der Aktivität (5, 23, 24, 34) ließ sich kein Effekt sichern.
Während eine Studie mit Frauen keinen Effekt zeigte (34), kann eine andere als wegweisend gelten. Über zwölf Jahre lang wurde bei 121 701 Krankenschwestern im Alter von 30 bis 55 Jahren besonders sorgfältig die Freizeitaktivitäten wie Gehen, Wandern und verschiedene Sportarten, aber auch die täglich erklommenen Treppenstufen dokumentiert und alle zwei Jahre aktualisiert (29). Es ergab sich bei Frauen mit höchster Aktivität (3 h/Tag) gegenüber jenen mit 2 h/Woche ein deutlich erniedrigtes Kolonkarzinomrisiko. Bedingt durch die hohe Fallzahl ließ sich die Lokalisation des Kolonkarzinoms in Abhängigkeit von der körperlichen Aktivität bestimmen (Tabelle 4). Das Colon ascendens profitierte von mäßiger Aktivität mehr als das Colon descendens, was mit anderen Ergebnissen übereinstimmt (20, 40), und das Colon descendens profitierte von intensiver Aktivität mehr als das Colon ascendens.
Diese hervorragende Studie ließ auch auf die zur Prävention notwendige Intensität der Freizeitaktivität schließen. Danach lässt sich mit mehr als 1 h mittlerer oder mehr als 0,5 h/Tag hoher Intensität an Freizeitaktivitäten ein präventiver Effekt erreichen. Eine Freizeitaktivität von niedriger Intensität bleibt auch bei einer Ausübung von mehr als 1 h/Tag ohne präventiven Effekt. Die zur Prävention von Kolonkarzinomen erforderliche Intensität liegt somit über der für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen notwendigen Aktivität und muss über Jahre beibehalten werden (29, 38). Für Frauen lagen bis dahin keine eindeutigen Ergebnisse vor, weil die Tätigkeit als Hausfrau schlechter zu erfassen ist als andere berufliche Tätigkeiten und Frauen häufiger die Arbeitsstellen wechseln.
Eine Untersuchung mit 22 071 Ärzten im Alter von 40 bis 84 Jahren über zwölf Jahre mit einer einmaligen Kontrolle der körperlichen Aktivität nach drei Jahren und einer Einteilung der Freizeitaktivität in vier Kategorien zeigte bei der Gruppe mit der höchsten Aktivität gegenüber der niedrigsten Gruppe keinen Effekt auf den Kolonkrebs. Es wurde allerdings nur danach gefragt, wie oft der Arzt in der Woche durch körperliche Aktivität ins Schwitzen kommt (24).
Die bekannte Harvard-Absolventen-Untersuchung bei 16 936 Personen erbrachte ein erhöhtes Risiko bei sehr hoher Aktivität im Studentenalter (31). Es fand sich ein gesteigertes Kolonkarzinomrisiko und kein Zusammenhang zum Rektumkarzinom bei fehlender Berücksichtigung anderer Risikofaktoren. Die fehlende Berücksichtigung der körperlichen Aktivität zwischen Abschluss des Studiums und Auftreten der Erkrankung ist als ein Mangel der Studie anzusehen.
Vermutlich wegen der Schwierigkeit, die Freizeitaktivität korrekt langfristig zu verfolgen, zeigten vier von acht Studien keinen Effekt, mehr als in den Studien zur Gesamtaktivität und zur beruflichen Aktivität zusammen.
Gesamtaktivität
Sollte die körperliche Aktivität entscheidend zur Risikoreduktion beitragen, so scheint es sinnvoll, die Gesamtaktivität und nicht die berufliche oder freizeitbezogene Aktivität allein zu untersuchen. Hierzu gibt es neun Fall-Kontroll- und sechs Kohortenstudien (Tabelle 3).
Bei den Einflussfaktoren wurden meist Alter sowie jetzt auch body mass index und Ernährung einbezogen. Die körperliche Aktivität wurde in bis zu fünf Kategorien eingeteilt oder durch Selbsteinschätzung erhoben.
Ohne die Ernährung adäquat zu berücksichtigen, untersuchten Gerhardsson et al. (17) in einer Kohortenstudie 16 477 Personen beiderlei Geschlecht. Beim Vergleich von Personen mit höchster und niedrigster Aktivität zeigten die letzteren ein erhöhtes Kolonkarzinomrisiko.
In einer Fall-Kontroll-Studie mit 231 Männern und Frauen sowie 331 Kontrollen bis 65 Jahre wurde die berufliche Aktivität der letzten 15 Jahre in fünf Kategorien eingeteilt und der letzten zwei bis drei Jahre genauer erfragt sowie die Freizeitaktivität selbst eingeschätzt. Bei Männern mit niedriger Aktivität in Beruf und Freizeit zeigte sich eine Tendenz zu häufigerem Kolon-, aber nicht zum Rektumkarzinom. Bei Frauen war keine Aussage möglich (37), während die gleiche Arbeitsgruppe zwei Jahre zuvor bei Frauen und Männern einen günstigeren Effekt auf die Gesamtmortalität zeigen konnte (36).
Eine australische Fall-Kontroll-Studie mit 388 Männern und 327 Frauen im Alter von 65 Jahren fand keinen Zusammenhang zwischen Kolon- oder Rektumkarzinom, allerdings einen positiven Zusammenhang bei Berücksichtigung der Ernährung (21). In einer weiteren Fall-Kontroll-Studie mit 251 Männern und 193 Frauen mit Kolonkarzinom und 233 beziehungsweise 194 Kontrollen im Alter von 30 und 62 Jahren, wurde eine genaue Befragung nach beiden Aktivitätsformen über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zwei Jahre vor der Diagnose mit einer Einteilung in drei Aktivitätsgruppen durchgeführt (43). Männer und Frauen zeigten ein niedrigeres Kolonkarzinomrisiko bei hoher Aktivität.
Ein indirektes Maß der körperlichen Aktivität zusätzlich zur Befragung stellte die Messung der Ruheherzfrequenz dar. Bei Erniedrigung hatten bereits Persky et al. (32) ein niedrigeres Karzinomrisiko festgestellt, deswegen nahmen Severson et al. (35) und Ballard-Barbash et al. (3) dieses Kriterium auf. Erstere beobachteten 2 336 Männer und 2 873 Frauen zwischen 30 und 62 Jahren 34 Jahre lang, letztere 5 138 Männer und 7 407 Frauen über 28 Jahre (1). Beide fanden eine deutliche Kolonkarzinomverminderung bei hoher Aktivität, wobei wichtige Risikofaktoren berücksichtigt wurden.
Die meisten Studien zur Gesamtaktivität zeigten eine Senkung des Risikos für Männer und Frauen oder eine Tendenz dazu. Dieses Ergebnis kam trotz zum Teil sehr unterschiedlicher Untersuchungsdesigns, unterschiedlicher Kollektive und Erhebungsmethoden zur körperlichen Aktivität zustande.
Zusammenfassend wurden in 39 Studien zum Kolonkarzinom 16 mit statistisch abgesichertem, 16 mit tendenziellem, zumeist gesichert durch den Vergleich der niedrigsten mit der höchsten Aktivitätsstufe und sieben ohne Zusammenhang zur körperlichen Aktivität, sowie in 25 dokumentierten Rektumkarzinomstudien eine mit statistisch signifikantem, 10 mit tendenziellem und 14 ohne Zusammenhang, gefunden (Grafik). Für Frauen erscheint diese Aussage viel weniger gut abgesichert als für Männer, sie scheinen aber von hoher Aktivität mehr zu profitieren (40).
Potenzielle Ursachen
Geht man von einem möglichen Zusammenhang aus, so fragt man nach den Mechanismen (Textkasten). Körperliche Aktivität mit einem niedri-
gen Niveau muss nur sehr wenig angehoben werden, um die Transitzeit im Darm und somit die Kontaktzeit der Darmschleimhaut mit möglichen Karzinoiden und Gallensäuren zu verringern (30). Eine weitere Steigerung
der Aktivität bewirkt keine zusätzliche
Passagebeschleunigung. Die Rolle von Ballaststoffen wurde in einer kürzlich publizierten Studie zumindest für Frauen negiert (13). Ein hoher Stellenwert scheint der Verbesserung des immunologischen Status und somit eine gesteigerte Abwehr von entarteten Zellen durch leichte bis mittlere Aktivität zuzukommen (26). Man vermutet eine höhere Anzahl von natürlichen Killer- zellen (NK-Zellen) und zytotoxischen T-Zellen, die durch regelmäßige submaximale Aktivität zunehmen. Denkbar erscheint eine günstige Wirkung auf das Immunsystem durch eine bei körperlich sehr Aktiven, niedrigere Konzentration von Katecholaminen und Cortisol in Ruhe.
Methodenkritisch sind bei den vorliegenden Arbeiten mehrere Punkte anzuführen: Oft konnte eine sinnvolle Fallzahl nicht erreicht werden und Daten zu Ernährungsverhalten und Alkoholkonsum fehlten. Am gravierendsten wirkte sich die Nichtberücksichtigung von Nikotinabusus aus. Bei den Studien mit Nikotinkontrolle (3, 5, 28, 31, 33 34, 40) zeigte sich bis auf die Hafenarbeiterstudie (31) ein deutlicher Effekt der körperlichen Aktivität. Die Erhebung der körperlichen Aktivität in Beruf und in der Freizeit war durch eine meist nur einmalige Befragung für einen großen Zeitraum eingeschränkt. Die Kategorisierung der körperlichen Aktivität war zu wenig differenziert, teilweise nur in zwei unterschiedliche Bereiche. Ebenso war die Anzahl der erfragten Jahre hinsichtlich der viele Jahre in Anspruch nehmenden Entwicklung von kolorektalen Karzinomen zu kurz.
Zukünftige Studien werden eher die Freizeitaktivität neben den Kovariablen Alter, familiäre Belastung, BMI, Ernährung, Nikotin und Alkohol exakt erfassen müssen, denn die berufliche körperliche Aktivität geht in den Industrienationen immer mehr zurück und ist in den meisten Berufen vergleichbar.
Der Zusammenhang von körperlicher Aktivität und Karzinomerkrankung erscheint bei den bisher untersuchten Karzinomen am wahrscheinlichsten beim Kolonkarzinom und unwahrscheinlich beim Rektumkarzinom. Trotz der dabei zu machenden Einschränkungen scheinen die Ergebnisse so deutlich, dass körperliche Aktivi-
tät zur Prävention empfohlen werden kann. Offen bleiben müssen wichtige Fragen zu Intensität und Häufigkeit körperlicher Belastung oder von Sport sowie das für die Prävention optimale Alter.

zZitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 2001; 98: A 612–618 [Heft 10]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über das Internet (www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.

Anschrift für die Verfasser:
Priv.-Doz. Dr. med. Hans-Christian Heitkamp
Medizinische Klinik und Poliklinik
Abteilung Sportmedizin
Hölderlinstraße 11, 72074 Tübingen
E-Mail: hans-christian.heitkamp@uni-tuebingen.de

A) Auswertung von 39 Studien zu Kolonkarzinom und körperlicher Aktivität. Bei 41 Prozent fand sich ein signifikanter Zusammenhang zur Krebsprävention, bei 41 Prozent eine Tendenz dazu und bei 18 Prozent kein Zusammenhang. B) Auswertung von 25 Studien zum Rektumkarzinom und körperlicher Aktivität. Eine Risikoreduktion schien bei 4 Prozent möglich, bei 40 Prozent tendenziell und bei 56 Prozent nicht möglich.


´Tabelle 1CC´
Einfluss von beruflicher Aktivität auf die Entstehung von Kolon- und Rektalkarzinom
Quelle Studienart Krebsart Aktivität Ergebnis Kovariabilität
Personen/Alter
Garabrant (14) Fall- 2 950 Kolonkarzinom 3 Kategorien niedrig – hoch Alter,
*1 (1984) Kontroll 31 724 Kontrollen RR 1,8 Kolon Rasse,
M: 24–64 Jahre 2,0 Querkolon Soziale Schicht
2,7 Colon descendens
Vena (41) Fall- 210 Kolonkarzinom 5 Kategorien hohes Risiko Alter
*1 (1985) Kontroll 1 431 Kontrollen sitzender Beruf
M: 30–79 Jahre > 20 Jahre
Gerhardsson (16) Kohorte 5 100 Kolonkarzinom > 50 % sitzend RR aktiv versus sitzend Alter,
*2 (1986) 1,1 Mio. schwedische M. < 20 % sitzend 0,8 Soziale Schicht
20–64 Jahre
19 Jahre Follow-up
Paffenbarger (31) Kohorte 21 Kolorektalkarzinom hoher Energiever- leichte versus schwere Arbeit Alter,
(1987) 6 351 M brauch bis unter RR 0,8 Nikotin
amerikanische Hafenarbeiter 20 % sitzend
22 Jahre Follow-up
Vena (42) Fall- 64 589 Kolonkarzinom M 3 Kategorien PMR Männer: hoch: 0,9 Alter,
*2 (1987) Kontroll 604 Kolonkarzinom F niedrig: 1,2 Berufsjahre
430 000 Kontrollen M Frauen: hoch: 0,8
25 000 Kontrollen F niedrig: 1,1
30–79 Jahre
Brownson (6) Fall- 1 993 Kolorektalkarzinom M 3 Kategorien RR Kolon Alter
*1 (1989) Kontroll 9 965 Kontrollen niedrig: 1,0
mäßig: 0,8
hoch: 0,7
Peters (33) Fall- 106 Kolorektalkarzinom 3 Kategorien RR Querkolon Alter, Ernährung,
*1 (1989) Kontroll 147 Kontrollen sitzend: 3,0 Nikotin, Alkohol, Staub
M: 24–44 Jahre mäßig: 1,0; aktiv: 0,8
Fredriksson (12) Fall- 165 Kolonkarzinom M 3 Kategorien RR Alter
*1 (1989) Kontroll 164 Kolonkarzinom F sitzend – aktiv
306 Kontrollen M: 0,8
317 Kontrollen F: 0,7
Mittleres Alter: 63 Jahre
Kato (20) Fall- 1 716 Kolonkarzinom M 3 Kategorien sitzend – aktiv Alter, Familienanamnese,
*2 (1990) Kontroll 16 600 Kontrollen M Colon ascendens Alkohol, Nikotin
M > 20 Jahre RR 0,5
Colon descendens
RR 0,7
Benito (4) Fall- 115 Kolorektalkarzinom M 4 Kategorien RR 0,5 Klinikkontrollgruppe Alter, Ernährung, Gewicht
*2 (1990) Kontroll 135 Kolorektalkarzinom F 0,7 Bevölkerungskontrollgruppe
158 Kontrollen M
137 Kontrollen F
103 Kontrollen M Klinpat
150 Kontrollen F Klinpat
50–75 Jahre
Whittemore (44) Fall- 905 Kolorektalkarzinom Beruf in China RR: Alter, Ernährung,
*2 (1990) Kontroll M und F sitzend Kolon 1,4 M 1,7 F gesättigte Fette
Rektum 0,9 M 0,6 F
2 488 Kontrollen M und F aktiv in USA RR:
Kolon 2,5 M 1,5 F
Rektum 1,6 M 0,8 F
Brownson (7) Fall- 1 838 Kolorektalkarzinom 3 Kategorien RR Kolon Alter
*2 (1991) Kontroll 1 539 andere Krebsarten sitzend: 1,2
M > 20 Jahre moderat: 1,1
Arbmann (2) Fall- 98 Kolonkarzinom M und F Jahre im Beruf RR Kolon Alter, Familienanamnese,
*2 (1993) Kontroll 79 Rektalkarzinom M und F 0 Jahre: 1,0 BMI
430 Kontrollen 1–20 Jahre: 1,6
> 20 Jahre: 1,1
Chow (8) Fall- 2 000 Kolonkarzinom > 80 % sitzend Akademiker M: 1,4 F: 1,5 Energieverbrauch
*2 (1993) Kontroll 1,57 Mio. Kontrollen M < 20 % sitzend sitzend: M: 1,2 F: 1,0
1,55 Mio. Kontrollen F 1–20 Jahre: 1,6
> 30 Jahre > 20 Jahre: 1,1
Dosemeci (10) Fall- 93 Kolonkarzinom M Energieverbrauch im hoher Energieverbrauch Sozialstatus
*2 (1993) Kontroll 486 Kontrollen M Beruf – niedriger RR: 0,6

Fraser (11) Fall- 1 651 Kolonkarzinom M 3 Kategorien niedrig – hoch Alter
*1 (1993) Kontroll RR: 0,8
M: Männer; F: Frauen; RR: relatives Risiko; BMI: body mass index (kg/m2); Klinpat: Klinikpatienten; PMR: proportionale Sterberate;
*1 signifikant reduziertes Risiko für Kolonkarzinom;
*2 Tendenz zur Reduktion des Risikos für Kolonkarzinom.



´Tabelle 2CC´
Einfluss der Freizeitaktivität auf das Risiko von Kolon- und Rektumkarzinom
Autor Studienart Krebsart Aktivität Ergebnis Kovariabilität
Personen/Alter
Paffenbarger (31) Kohorte 201 Kolonkarzinom M 5 h/Woche hohe Aktivität als Student keine
(1987) 53 Rektumkarzinom M Sportspiele höheres Kolonkarzinom-Risiko
16 936 M
13 Jahre Follow-up
Wu (45) Kohorte 38 Kolorektalkarzinom M Aktivität/Tag > 2 h BA < 1 h/Tag Alkohol,
*1 (1987) 68 Kolorektalkarzinom F (Schwimmen M: RR = 0,4 Nikotin
11 888 Personen Radfahren, Tanzen) F: RR = 0,9
4,5 Jahre Follow-up
Pukkala (34) Kohorte 108 Kolorektalkarzinom Selbsteinschätzung Tendenz Kolorektalkarzinom Alter, Alkohol
*2 (1993) bei 924 Sportlehrerinnen Frequenz/Intensität bei Sport Nikotin, Menarche
513 Kolorektalkarzinom
bei 3 239 Sprachlehrerinnen
7 Jahre Follow-up
Bostick (5) Kohorte 212 Kolorektalkarzinom Selbsteinschätzung niedrig: 1,0 Ernährung,
(1994) 35 215 F 3 Kategorien gemäßigt: 0,9 Kalorien
55–69 Jahre hoch: 1,0
14 Jahre Follow-up
Lee (23) Kohorte 280 Kolonkarzinom M kcal/Woche kein Effekt Alter,
(1994) 53 Rektalkarzinom M 1 000–2 500 kcal/Woche Nikotin
17 607 Kontrollen M Kolon: 1,0
30–79 Jahre Rektal: 1,0
16 oder 12 Jahre Follow-up
Giovannucci (19) Kohorte 203 Kolonkarzinom M Selbsteinschätzung: hoch – niedrig: Alter, BMI, Ernährung
*1 (1995) 47 723 M Gehen, Jogging, RR: 0,5 Größe
7 Jahre Follow-up Schwimmen, Rad,
40–75 Jahre Rudern, Treppen
Martinez (29) Kohorte 501 Kolorektalkarzinom F Gehen, Jogging, hoch – niedrig: BMI, Kalorien,
*1 (1997) 121 701 F Schwimmen, Rad, RR: 0,6 Aspirin
30–55 Jahre Rudern, Treppen
12 Jahre Follow-up
Lee (24) Kohorte 217 Kolonkarzinom M Aktivität mit kein Effekt Alter, Alkohol,
(1997) 21 807 Kontrollen Schwitzen/Wo Aspirin, Gewicht
10,9 Jahre Follow-up Anzahl/Wo weniger als
1x: 1,0
2–4x: 1,2
> 5x: 1,1
M: Männer; F: Frauen; RR: relatives Risiko; BMI: body mass index (kg/m2)
*1 signifikant reduziertes Risiko für Kolonkarzinom;
*2 Tendenz zur Reduktion des Risikos für Kolonkarzinom.


´Tabelle 3CC´
Einfluss der gesamten körperlichen Aktivität auf das Risiko von Kolon- und Rektumkarzinomen
Autor Studienart Krebsart Aktivität Ergebnis Kovariabilität
Personen/Alter
Slattery (36) Fall- 110 Kolonkarzinom M Aktivität 2 Jahre M: niedrig: RR 1,2 BMI, Kalorien
*2 (1988) Kontroll 119 Kolonkarzinom F vor Krebsdiagnose hoch: RR 0,7
180 Kontrollen M F: niedrig: RR 1,0
204 Kontrollen F hoch: RR 0,9
40–79 Jahre
Gerhardsson (17) Kohorte 16 477 M und F viel – wenig Aktivität niedrige Aktivität RR 3,6 Alter, Geschlecht,
*2 (1988) 14 Jahre Follow-up im Beruf sitzend RR 1,6 Wohnort
M und F
Severson (35) Kohorte 128 Kolorektalkarzinom M Index niedrig: 1,0 keine
*1 (1989) 8 006 Kontrollen Aktivität/Tag mäßig: 0,6
hoch: 0,7
Albanes (1) Kohorte 128 Kolorektalkarzinom M, F Index aktiv – inaktiv Alter, Größe, BMI,
*1 (1989) 5 138 Kontrollen M Aktivität/Tag M: RR 0,6 Ernährung, Rasse
7 407 Kontrollen F F: RR 0,8
25–74 Jahre FZ allein
M: RR 1,0
F: RR 0,8
Ballard-Barbash (3) Kohorte 73 Kolorektalkarzinom M Index hoch – niedrig Alter, Größe, BMI
*2 (1990) 79 Kolorektalkarzinom F Aktivität/Tag M: RR 0,6 Alkohol, Nikotin
1 906 Kontrollen M 4 Kategorien F: RR 0,9
2 308 Kontrollen F
30–62 Jahre
28 Jahre Follow-up
Kune (21) Fall- 388 Kolorektalkarzinom M 5 Kategorien keine Signifikanz BMI, Ernährung
(1990) Kontroll 327 Kolorektalkarzinom F
398 Kontrollen M
329 Kontrollen F
Slattery (37) Fall- 290 Kolorektalkarzinom M Selbsteinschätzung hoch – niedrig keine
*2 (1990) Kontroll 323 Kolorektalkarzinom F M: RR 0,7
391 Kontrollen M und F F: RR 0,5
> 65 Jahre
Gerhardsson (18) Fall- 163 Kolonkarzinom M Intensität M: RR sitzend 1,0 Alter, BMI, Ernährung
*1 (1990) Kontroll 189 Kolonkarzinom F 3 Kategorien mäßig aktiv 0,8
512 Kontrollen M und F sehr aktiv 0,6
F: RR sitzend 1,0
mäßig aktiv 0,8
sehr aktiv 0,4
Lee (22) Kohorte 225 Kolonkarzinom M Selbsteinschätzung > 2500 kcal/Wo keine
*1 (1991) 44 Rektumkarzinom M 1960 und 1970 RR 0,5
17 148 Kontrollen
30–79 Jahre
23 Jahre Follow-up
Markowitz (28) Fall- 307 Kolonkarzinom M > 20 min tägl. 3x/Woche hoch – niedrig Alter
*1 (1992) Kontroll 133 Rektumkarzinom M mindestens 1 Jahr in RR 0,5
> 45 Jahre 3 Lebensphasen Freizeit im Alter sehr effektiv
1 164 Kontrollen 15–21; 22–44; > 45 Jahre
Marcus (27) Fall- 536 Kolonkarzinom F Jahre RR 1,0 Alter, BMI,
*1 (1994) Kontroll 2 315 Kontrollen F Monate/Jahr körperliche Aktivität in Jugend Familiengeschichte
Häufigkeit/Woche keine Signifikanz
Aktivität im 14.–22.
Lebensjahr
Longnecker (26) Fall- 163 Kolonkarzinom M Intensität im Beruf: Kolonkarzinom RR 0,7 Ernährung
*2 (1995) Kontroll 242 Rektumkarzinom M vor 5 Jahren, vor 20 Rektumkarzinom RR 1,0
703 Kontrollen M Jahren, durchschnittliche zunehmende Freizeitaktivität
> 30 Jahre Aktivität Kolonkarzinom auf 0,6 reduziert
Freizeit in 6 Kategorien
Thune (40) Kohorte 236 Kolonkarzinom M 4 Freizeit- M: RR sitzend: 1,0 Alter, BMI,
*2 (1996) 170 Rektumkarzinom M 3 Berufskategorien gemäßigt: 1,2 Größe, Nikotin
99 Kolonkarzinom F aktiv: 0,6
58 Rektumkarzinom F F: RR sitzend: 1,0
53 242 Kontrollen M gemäßigt: 1,2
28 274 Kontrollen F aktiv: 1,0
> 45 Jahre
16,3 Jahre M, 15,5 Jahre F
Follow-up
White (43) Fall- 251 Kolonkarzinom M Aktivität bis 2 Jahre vor > 5 h/Woche A 0 h/Woche Alter, BMI
(1996) Kontroll 193 Kolonkarzinom F Erkrankung RR 0,8; M hoch – niedrig Alkohol
30–62 Jahre RR 0,6; M mäßig – hoch; RR 0,7
Slattery (39) Fall- 1 099 Kolonkarzinom M 10–20 Jahre Berufs- und niedrig – hoch Alter, BMI, Ernährung,
*2 (1997) Kontroll 889 Kolonkarzinom F Freizeitaktivität RR M 1,6; F 1,6 Aspirin, Schulbildung
1 290 Kontrollen M
1 120 Kontrollen F
30–71 Jahre
M: Männer; F: Frauen; RR: relatives Risiko; BMI: body mass index (kg/m2); FZ: Freizeit
*1 signifikant reduziertes Risiko für Kolonkarzinom;
*2 Tendenz zur Reduktion des Risikos für Kolonkarzinom.


´Tabelle 4CC´
Kolonkarzinomfälle bei 67 802 Krankenschwestern innerhalb von sieben Jahren in Abhängigkeit von der Freizeitaktivität
Vielfaches des < 2 2–4 5–10 11–21 > 21
Ruheenergieumsatz (METh/Wo)
Gesamtkolon 47 26 36 29 23
Colon descendens 21 15 17 14 6
Colon ascendens 19 8 15 11 13
ausgedrückt in MET-Stunden/Woche; 1 MET entspricht einem Energieumsatz in Ruhe mit einer Sauerstoffaufnahme von 3,5 ml ž min–1 ž kg–1. Freizeitsportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen wurden mit 7,0, Treppensteigen mit 8,0, langsames Gehen mit 2,5, normales mit 3,0, schnelles mit 4,0 und sehr schnelles mit 4,5 MET berechnet (29)


Hypothetische Ursachen für eine
mögliche Reduktion des Kolonkarzinoms
durch körperliche Aktivität

Immunsystem
– Natürliche Killerzellen und zytotoxische
T-Zellen vermehrt
– Krebszellen schneller eliminiert (Tierversuch)
– Immunsuppressive Stresshormone reduziert
– Aktivität stimmungsaufhellend
– Bei Depressionen natürliche Killerzellen
reduziert

Körpergewicht
– Durch Aktivität reduziert
– Abnahme von Östrogen im Blut bei Frauen

Darmpassagezeit
– Durch Aktivität reduziert (37)
– Gallensäure: kürzere Kontaktzeit zur Darmschleimhaut (23)

Lebensstil
– Weniger Nikotin, bei Männern wichtiger
als bei Frauen (3)
– Weniger Alkohol, bei Männern wichtiger
als bei Frauen (20, 45), besonders bei hoch konzentriertem Alkohol ( 45)
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