ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Ischämische Neuropathie bei arterieller Verschlusskrankheit: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Ischämische Neuropathie bei arterieller Verschlusskrankheit: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-620 / B-522 / C-497

Grahmann, Friedrich

zu dem Beitrag Ischämische Neuropathie bei arterieller Verschlusskrankheit von Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Friedrich Grahmann Prof. Dr. med. Bernhard Neundörfer Prof. Dr. med. Armin Wagner in Heft 42/2000
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LNSLNS Die eingegangenen Zuschriften zeugen durchgehend von Interesse und Zustimmung zu unserem Beitrag über
die wenig bekannte „ischämische Neuropathie bei arterieller Verschlusskrankheit“. Der Artikel entstand durch meine langjährige Konsiliartätigkeit in der Gefäßchirurgie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Erfahrung, dass dieses relativ häufige neurologische Krankheitsbild oft auch versierten Gefäßchirurgen und Angiologen nicht bekannt ist. Prognose und Rehabilitation der Patienten mit schwerer arterieller Verschlusskrankheit hängen aber ganz erheblich von dieser neurologischen Komplikation ab, zumal es eine spezifische neuropathische Schmerztherapie gibt.
Für die kritischen Ergänzungen von Herrn Piper aus der Sicht der Rehabilitationsmedizin sind wir dankbar und stimmen ihnen zu. Die physikalischen Behandlungsmaßnahmen mit Wechselwärme sind hilfreich und lindernd vor allem bei der diabetischen Neuropathie, bei der bevorzugt kleine Fasern betroffen sind („small fiber neuropathy“) und bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in leichten Stadien, also nicht bei der klassischen ischämischen Neuropathie.
Im Einzelfall helfen CO2-Gasbäder, die bei den schwierig zu behandeln-
den, infizierten ischämischen Ulzera auch antibakteriell wirksam sein können, obwohl diese Therapie nicht ausreichend wissenschaftlich evaluiert ist. Wir setzen Prostaglandin-Derivat-Infusionsbehandlungen, zum Beispiel mit Prostavasin, nur als Therapie der zweiten Wahl im Stadium III und IV der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit nach Fontaine ein, wenn eine Bypass-Operation nicht infrage kommt.
Sie sollten aber keineswegs unerwähnt bleiben. Herrn Piper ist uneingeschränkt zuzustimmen, dass bei der Schmerztherapie eine kardiologische Risikoevaluation vor dem Einsatz von Mexiletin und trizyklischen Antidepressiva zu erfolgen hat. Wir führen daher wiederholt EKG-Kontrollen bei unseren Patienten durch und klären sie detailliert über mögliche kardiologische Symptome auf.
Herr Beutner machte uns dankenswerterweise auf einen Druckfehler aufmerksam, für den wir uns entschuldigen. Die Dosierungsempfehlungen im Textkasten 2 müssen lauten: Haloperidol 3 x 0,25 mg und Laevomepromazin 3 x 25 mg.

Doz. Dr. med. Dr. med. habil.
Friedrich Grahmann
Neurologische Universitätsklinik
Liebigstraße 22a
04103 Leipzig

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