ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001AstraZeneca: In sieben Zentren wird für die Zukunft geforscht

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AstraZeneca: In sieben Zentren wird für die Zukunft geforscht

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-623 / B-510 / C-482

Nickolaus, Barbara

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LNSLNS Ein Statin, das den LDL-Cholesterinspiegel stärker reduziert als die Konkurrenzprodukte (ZD 4522), und ein oraler Thrombinhemmer (H376/ 95) sind bei AstraZeneca in der klinischen Phase III. Beide Substanzen würden als erfolgversprechend für die Zukunft eingestuft, erklärte bei einem Fachgespräch in Mölndal bei Göteborg der Vize-Präsident von AstraZeneca, Dr. Hamish Cameron (Mölndal).
Nach seinen Angaben wird nur ein Drittel der Patienten mit Dyslipidämie therapiert. Cameron plädierte für die schnelle Aufstellung von Guidelines zu einer aggressiven Bekämpfung der Dyslipidämie als wesentlichem Risikofaktor der KHK und ihrer fatalen Folgen für den
Patienten. Die derzeitigen Studien lassen den Schluss
zu, dass die neue Substanz eine LDL-Cholesterin-Absenkung von 65 Prozent innerhalb von 14 Tagen bewirkt. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass sogar eine Erhöhung des HDL-Cholesterins eintritt und eine positive Auswirkung auf den Triglyzerid-Spiegel zu erwarten ist. Die Nebenwirkungsrate ist vergleichbar mit der von Placebos. Der Abbau der Substanz erfolgt über die Leber. In der Dosisfindung liegt man zurzeit bei 80 mg/d. Der Antrag auf Zulassung werde voraussichtlich im Jahr 2001 gestellt.
Dies trifft ebenfalls auf einen neuen oralen Thrombinhemmer zu, über den Prof. Dr. Gunnar Olsson (Mölndal) berichtete. Heparinisierung und Übergang auf Cumarin-Derivate sind seit langem Therapie der Wahl. Das „ideale“ Antikoagulans sollte nach Auffassung Olssons ein orales sein mit einem weiten therapeutischen Fenster, einer unkomplizierten individuellen Dosierungsmöglichkeit, die nicht ständige Laborkontrollen erforderlich macht. Dem könnte die Substanz H376/95 sehr nahe kommen. Bei dem Thrombin-Inhibitor handelt es sich um eine Vorstufe zum Melagatran, das der Körper in einem enzymatischen Prozess bildet.
Bei Cumarinen mit ihrem relativ engen therapeutischen Fenster bei der Steuerung der Blutungsproblematik, ihrem langsamen Wirkungseintritt (circa drei Tage) und ebenso langsamen Absetzen, ihren Interaktionen mit häufig benötigten Medikamenten und einer Vielzahl von Nahrungsmitteln (Tomaten, Kohl, Mohrrüben), vermag die neue Substanz nach derzeitigen Erkenntnissen eine erweiterte Nutzung der Antikoagulation zuzulassen.
Regelmäßige Laborkontrollen sind nicht mehr erforderlich
Interaktionen mit Medikamentensubstanzen oder Nahrungsmitteln sind bislang nicht aufgetreten. Das Arzneimittel erweist sich als gut steuerbar, sodass regelmäßige Laborkontrollen nicht mehr erforderlich sind. Olsson erklärte, nach bisheriger Erkenntnis lässt sich H376/95 vermutlich sowohl zur Prophylaxe als auch zur Therapie venöser Thromboembolien einsetzen, ferner bei Vorhofflimmern oder Zustand nach Myokardinfarkt. Derzeit werden rund 3 000 Patienten in Studien beobachtet. Man erwartet die Marktzulassung in ein bis zwei Jahren.
Dr. Göran Hasselgren (Mölndal), Vize-Präsident der Forschungseinheit für gastrointestinale Erkrankungen, fasste die Erkenntnisse zu dem neuen Protonenhemmer Esomeprazol (Nexium®-Mups) zur Therapie der Refluxkrankheit zusammen: Nexium-Mups in der Dosierung von 40 mg/d zeigt ähnlich gute Heilungsraten innerhalb von vier Wochen Therapiedauer wie Omeprazol in der Dosierung von 20 mg/d über acht Wochen. Eine On-demand-Therapie mit einer Gabe von Nexium 20 (jeden dritten Tag eine Tablette) hat sich als Lösung für neuerliche Erkrankungsschübe erwiesen. Dr. Barbara Nickolaus
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