ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Asthma-Therapie: Neue Fixkombination in einem Inhalator

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Asthma-Therapie: Neue Fixkombination in einem Inhalator

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-625 / B-512 / C-483

Stoschek, Jürgen

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LNSLNS Asthma-Patienten können mit den heute zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Jedoch wird dies in der Praxis nur selten erreicht. Eine 1999 vorgelegte europäische Studie ergab, dass 85 Prozent der in Deutschland befragten Asthmatiker in den zurückliegenden vier Wochen eine Beeinträchtigung durch das Asthma erfahren hatten. Ein Grund für diese Situation ist nach Meinung von Dr. Peter Kardos, niedergelassener Internist und Allergologe aus Frankfurt, eine oftmals ungenügende Compliance der Patienten: Etwa die Hälfte der Asthmatiker bekommt eine antientzündliche Medikation verordnet, aber nur jeder zweite Patient wendet diese auch an.
Eine deutliche Vereinfachung der Therapie und damit eine Verbesserung der Compliance ergebe sich bei einer Kombinationstherapie mit inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Beta-2-Mimetika, sagte Kardos bei der Einführungs-Pressekonferenz für atmadisc®, (Schwarz Pharma) in Interlaken. Die synergistische Wirkung des Kombinationspräparates aus Fluticason und Salmeterol, die in atmadisc enthalten sind, habe sich nicht nur in der Klinik gezeigt: Das Beta-2-Mimetikum Salmeterol erweitere die Bronchien, und das lang wirksame Fluticason hemme die Entzündung der Bronchialschleimhaut.
Niedriger Widerstand
In der Kombination treten sogar „überadditive“ Therapieeffekte auf, erläuterte Kardos, sodass die Dosis des inhalativen Kortikosteroids auf die Hälfte oder ein Viertel gesenkt werden konnte. Durch die Kombinationstherapie werde die Lungenfunktion gebessert und die Häufigkeit von Exazerbationen herabgesetzt. Aufgrund der Kombination braucht der Patient nur einen Inhalator und habe deshalb das Gefühl, auch nur ein Medikament zu benötigen. atmadisc wird mit drei verschiedenen Kortisondosen, aber immer der gleichen Salmeteroldosis, seit September in einem Diskus-Inhalationssystem angeboten, das die Anwendung zusätzlich vereinfachen soll. Da der Diskus einen niedrigeren inneren Widerstand als der Turbohaler aufweise, sei die Abhängigkeit der Wirkstoff-Freisetzung vom Atemfluss geringer und die Dosiskonstanz höher, berichtete der Pneumologe Dr. Peter Haidl (Schmallenberg). Die Lungendeposition sei bei dem Diskus-System mit der herkömmlichen Dosieraerosole vergleichbar. atmadisc ist für die Dauertherapie mit einer täglich zweimaligen Anwendung zugelassen. Jürgen Stoschek
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